Food-Fotos: Hintergründe in warmen und kalten Farben

Lebensmittel und Speisen sehen auf Fotos dann besonders appetitlich aus, wenn auch das Drumherum passt. Zur Vorbereitung für das Seelenwärmer-Foto-Projekt gehört es deshalb, sich frühzeitig darauf vorzubereiten, was unter und hinter den Objekten liegt, hängt oder steht. Hier erkläre ich, welche Materialien und Techniken sich für Untergründe und Hintergründe anbieten. Mit Do-it-yourself-Anleitung für das Bemalen von Brettern, die anschließend wie verwittert aussehen.

Warme oder kalte Farben?

In den folgenden 8 Monaten werden wir uns mit dem Fotografieren von wärmenden und kühlenden Lebensmitteln und Speisen beschäftigen. Auch die Zubereitungsart wird bei den Rezepten eine Rolle spielen: Mal verstärkt sich die wärmende Wirkung, mal die kühlende.

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Bei der Auswahl der Bildmotive und der Beleuchtung denkt ihr also immer in zwei Richtungen:

  • Was verstärkt die wärmende Wirkung der Lebensmittel?
  • Wie erziele ich eine coole Wirkung?

Stilrichtung: Hinzu kommt die Überlegung, ob ihr die umgebende Deko eher bäuerlich-rustikal, antik-gebraucht, romantisch-verspielt oder modern-edel gestalten wollt. Wenn ihr euch für eine Stilrichtung entschieden habt, stellt ihr dazu passend das Geschirr, das Besteck, die Servietten und alle weiteren Utensilien zusammen.

Meist sieht man auf Food-Fotos auch etwas vom Untergrund, auf dem alles steht oder liegt. Wenn ihr immer wieder dieselbe Tischplatte nehmt, würde das schnell langweilig – und sie passt vielleicht auch nicht zu der Stilrichtung, die ihr anpeilt.

Holz, Metall, Kunststoff: Die Auswahl ist groß!

Food-Fotografen benutzen meist Bretter als Untergrund, um flexibel zu sein. Wichtig für das freie Arrangieren der Gegenstände ist, dass die Fläche groß genug ist. Denn nichts ist nerviger, als ständig alles hin- und herschieben zu müssen, nur weil die Ränder der Unterlage im Bild zu sehen sind.
Man kann mit den Ecken und Kanten zwar auch bewusst spielen – aber etwas größere Maße ab 50 cm Kantenlänge bieten später viel mehr Freiheiten als ein zu klein geratener Untergrund.

Als feste Unterlagen eignen sich:

  • Holz: Bretter, ausrangierte Regalbretter (auch lackiert oder beschichtet zum Bearbeiten), Küchenplatten, Tabletts, Schneidebretter, breite Latten zum Nebeneinanderlegen
  • Metall: Backbleche, andere Bleche
  • Kunststoff: Plexiglas, dicke Folien
  • Glas: Fensterscheiben, Glasscheiben, Spiegel
  • Stein: Marmorplatten, Schieferplatten, große Kacheln oder Bodenfliesen (gibt’s auch einzeln im Baumarkt)

foto-hintergrund-braun-holz-frieren-schwitzenDie Bretter und Platten könnt ihr im jeweiligen Zustand belassen oder nach eigenen Wünschen bearbeiten – also anmalen, bekleben oder umwickeln. Dazu eignen sich:

  • Farben, Beizen, Lacke
  • Stoffe
  • Tonpapier, Pappe
  • dünne Folien: matt oder leicht glänzend
Stoffreste bügeln und Bretter damit beziehen

Nichts nervt mehr, als kurz vor dem Fotografieren erst mal Servietten, Küchenhandtücher oder Tischdecken bügeln zu müssen. Wer sich das ersparen möchte, kann ausreichend große Bretter mit gebügeltem Stoff bekleben: den Stoffrest etwas größer als das Brett zuschneiden und dann mit einem festen Klebeband auf der Rückseite befestigen.

Diese Materialien eignen sich als Unterlagen und „Tischdecken“:

  • Baumwolle, Leinen: Küchenhandtücher, große Stoffservietten, Stoffreste /einfarbig, kariert, gestreift, bestickt, mit Spitze besetzt, grob oder fein gewebt
  • Jute, Sack: Kartoffel- oder Kaffeesack, Einkaufstaschen (mit möglichst wenig Aufdruck, weil das später meist nur stört)
  • Stoff oder Kunststoff: Tischläufer, große Tischsets, Mitteldecken
Bretter mit Krakelierlack auf Alt trimmen

foto-hintergrund-weiss-braunschwarz-frieren-schwitzenGanz oben seht ihr ein Regalbrett aus Kiefernholz, dass nach dem Bemalen aussieht, als ob ein alter Picknick- oder Gartentisch schon ewig der Witterung ausgesetzt war. Und so geht’s:

  1. Das Brett flach hinlegen und mit einer dunklen Acrylfarbe bemalen. Gut trocknen lassen. Mit dem Föhn geht’s schneller.
  2. Als zweite Schicht nehmt ihr einen Krakelierlack oder Reißlack, der nicht glänzen sollte – bitte gezielt nachfragen. Im Baumarkt bekommt ihr ihn wahrscheinlich nicht, eher in einem gut sortierten Geschäft mit Künstler- und Hobbybedarf.
  3. Den Lack tragt ihr mit einem dicken Pinsel oder einem Spachtel der Länge nach auf, also nicht kreuz- und querpinseln. Je dicker die Schicht ist, desto stärker zeigt sich später der Effekt.
  4. Den Lack gut trocknen lassen. Dabei könnt ihr beobachten, wie er sich in Längsrillen zusammenzieht.
  5. Die dritte Schicht besteht aus einer helleren Acrylfarbe. Um den verwitterten Effekt zu erzielen, könnt ihr auf einem Teller oder in einem Gefäß etwas Weiß untermischen, beide Farben aber nicht komplett durchrühren, denn sonst entstehen keine zarten Streifen mehr.
  6. Die hellere Acrylfarbe mit langen Pinselstrichen verteilen und dabei möglichst nicht absetzen. Also immer voll durchziehen.
  7. Gut trocknen lassen. Dabei reißt die obere Farbe in verschiedenen Richtungen auf und lässt die untere Farbe durchscheinen.
  8. Wenn nach dem Trocknen etwas Farbe absteht, könnt ihr es dabei belassen oder die Unebenheiten leicht anschleifen.

 

foto-hintergrund-tuerkis-blau-frieren-schwitzenDiese Farbkombinationen sind für den Start optimal:

  • Warme Wirkung für wärmende Lebensmittel: unten schwarz oder dunkelbraun / oben braun oder hellbraun
  • Kalte Wirkung für kühlende Lebensmittel: unten dunkelblau / oben türkis, rauchblau oder grau
  • Neutrale Wirkung – u.a. auch für thermisch neutrale Lebensmittel: unten schwarz oder dunkelgrau / oben hellgrau oder weiß (am besten nicht schneeweiß, sondern mit Schwarz oder Braun leicht abgetönt)

Und was eignet sich für den Hintergrund?

In Frage kommen aufgestellte Bretter, Pappen und Hartschaumpappen, die sich mit Klemmen aus dem Baumarkt an der Tischplatte stabilisieren lassen.
Stoffe könnt ihr über eine waagerechte Leiste oder einen rollbaren Kleiderständer hängen, den ihr hinter den Tisch stellt. Profis nutzen auch Bahnen aus Stoff oder Tonpapier, die im leichten Bogen angebracht sind, damit man keinen „Knick“ sieht (Hohlkehle).
Wichtig zu wissen: Je größer die Hintergrundfläche ist, umso besser!

Fazit:

Food-Fotografen erleichtern sich die spätere Arbeit, wenn sie sich anfangs ausführlich mit den Vorarbeiten beschäftigen. Dazu gehört es auch, geeignete Untergründe und Hintergründe bereit zu stellen.

Eure Erfahrung:

Welche Materialien könnt ihr empfehlen, um passende Untergründe selbst herzustellen? Wie kommt ihr mit dem Krakelierlack zurecht? Mit welchen  Materialien für den Hintergrund habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

Fotos: Karin Hertzer

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