Chili-Pflanzen im Garten: Was hilft gegen Schnecken?

Im Erdboden oder im Topf – Schnecken fühlen sich besonders nach dem vielen Regen, den wir in letzter Zeit hatten, überall im Garten wohl. Die gefräßigen Schädlinge können innerhalb kürzester Zeit ganze Chili-Plantagen vernichten. Hier erfahrt ihr Wissenswertes über Schnecken, und ich erkläre euch, wie ihr eure geliebten Chili-Pflanzen vor ihnen schützen könnt.

>>> Text und Foto von Alexander Hicks

Spanische Wegschnecken plündern Chili-Pflanzen

Die meisten bei uns heimischen Gehäuseschnecken sind nicht gefährlich für Chili-Pflanzen. Sie fressen nämlich nur selten frische Pflanzen an, sondern verzehren viel lieber welkende Pflanzenteile, Algenbewüchse und manchmal auch Pilze.

Tigerschnecken, die ihren Namen durch ihre Muster haben, sind bei uns auch ab und an anzutreffen. Diese Nacktschnecken haben einen ähnlichen Ernährungsplan wie viele Gehäuseschnecken und sind damit keine Gefahr für unsere Chilis.

Die Spanische Wegschnecke hat sich seit den 1970er Jahren auch bei uns verbreitet und ist in der Zwischenzeit  in vielen Gärten anzutreffen. Diese bis zu 12 cm langen Nacktschnecken sind in Gärten meist bräunlich, in Wäldern finden sich orangene Vertreter. Durch ihr intensives Ausschleimen sind Igel und Kröten keine Fressfeinde dieser Schnecken. Die einzigen Tiere, die die Spanischen Wegschnecken frisst, sind Indische Laufenten – zur Schneckenbekämpfung kann man sie deshalb auch „mieten“.

Natürliche Feinde haben die Spanischen Wegschnecken bei uns nicht: Daher können sie sich rasend schnell vermehren und dann als Plage über alle Kulturen herfallen.  Sie gehen – wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann – auf Chilis aller Art und können über Nacht die Arbeit von mehreren Monaten komplett vernichten.

So ist es mir 2005 ergangen: An einem Tag hatte ich mehrere Beete komplett mit Chilis bepflanzt, und am nächsten Morgen stand keine einzige Pflanze mehr. Daraufhin habe ich mich intensiv mit der Schneckenabwehr beschäftigt und viele Möglichkeiten gefunden, wie man gegen diese Biester vorgehen kann.

Schneckenkorn

Recht bekannt sein dürfte das Schneckenkorn: Das Mittel streut ihr auf die Erde rund um die Chili-Pflanzen. Und da die Schnecken dumm genug sind, es zu verspeisen, sterben sie danach:

  • Abzuraten ist von Mitteln, die Nervengifte enthalten: Es gibt sie in verschiedenen Stufen, die gefährlich für Mensch und Tier sein können. Mit solch starken Giften solltet ihr eure Nutzpflanzen nicht behandeln, zumal ihr so auch andere nützliche Gartentiere gefährden könnt.
  • Mittel auf der Basis von Eisen-III-Phosphat führen dazu, dass die Schnecken nach dem Verzehr keinen Appeitit mehr haben, sich zurückziehen und sterben. Im Gegensatz zu den wirklichen Giften müsst ihr diese Mittel großflächig ausbringen, um die Schneckenplage erfolgreich loszuwerden. Nutztiere und Menschen sollten die Eisen-III-Phosphat-Mittel nicht verzehren. Die Inhaltsstoffe  sind jedoch nicht giftig: Im Erdreich zerfallen sie zu Eisen und Phosphor, beides wird von den Pflanzen als Nährstoff aufgenommen.
Bierfalle hinter dem Schneckenzaun

Wo ein Wille ist, da ist trotzdem kein Weg mehr: Schnecken können zwar gut klettern, aber ein nach vornüber gebogenes Blech können sie nicht überwinden. Wichtig: Nach dem Aufstellen eines Schneckenzauns oder Schneckenkragens rund um eure Chili-Beete solltet ihr noch mal ganz genau überprüfen, dass sich innerhalb des eingezäunten Bereichs tatsächlich keine Schnecken mehr tummeln.

Innerhalb der Umzäunung könnt ihr zusätzlich Schneckenkorn streuen. Auch eine Bierfalle tut ihren Zweck: Dafür füllt ihr ein Gefäß  zur Hälfte mit Bier und drückt es abseits der  Chilis etwas in die Erde ein. Das Bier lockt die Schnecken an – und wenn sie allzu gierig davon trinken, fallen sie in das Gefäß und ertrinken.

Solche Bierfallen eignen sich übrigens nicht für „normale“ Beete, die nicht mit einem Schneckenzaun eingefasst sind. Denn dann könnte das Bier auch solche Schnecken anlocken, die den verführerischen Duft schon aus der Ferne erhaschen und sich quer durch alle anderen Beete auf den Weg zum vermeintlichen „Biergarten“ machen und dabei einen unnötig großen Flurschaden hinterlassen.

Weitere Tipps gegen die Schneckenplage
  • Über Kupfer kriechen Schnecken nur sehr ungern. Deshalb könnt ihr versuchen, mit einem Kupferblech eine Barriere zu errichten. Diese Lösung ist aber meist sehr kostspielig.
  • Schnecken könnt ihr auch einzeln absammeln, bei vielen Chili-Pflanzen ist das aber ein mühseliges Unterfangen. Die meisten Schnecken findet ihr übrigens am Abend, wenn die Sonne untergegangen ist und die Luftfeuchtigkeit etwas höher ist – dann kommen sie aus ihren Verstecken. Tagsüber werden unermütliche Schneckensammler auch unter Pflanztöpfen, Platten und altem Holz fündig.
Fazit:

Wenn es viel regnet, fühlen sich die Spanischen Wegschnecken besonders wohl: Sie vermehren sich sehr schnell und können über Nacht alle Chili-Pflanzen auffressen. Gegen die Schneckenplage helfen Schneckenkorn, speziell gebogene Blechzäune und Bierfallen.

Chilis: 30 bis 50 Arten

Christoph Kolumbus entdeckte im 15. Jahrhundert nicht nur Amerika, sondern auch die Chilis. Die Pflanzen, deren Früchte und Samen verbreiteten sich daraufhin weltweit so schnell, dass später etliche Botaniker behaupteten, einige Chili-Arten kämen gar nicht aus dem sonnigen Südamerika.

Auch heute sind immer noch Chili-Anbauer aus anderen Ländern fälschlicherweise davon überzeugt, dass sie im Ursprungsland der Chilis leben, weil diese so schnell zum festen Bestandteil ihrer Garten- und Kochkultur geworden sind.

Die weltweite Verbreitung der Chilis führte dazu, dass zu den – schon vor Jahrtausenden von den Ureinwohnern Südamerikas – kultivierten Sorten viele hinzugekommen sind. Und auch heute noch gibt es bei den Chilis immer wieder mal überraschende Kreuzungen und Neuzüchtungen.

Die Botaniker können sich nicht darauf einigen, wie viele Arten es wirklich gibt: Über die Jahre wurden fast 90 beschrieben, aber viele haben ihren Status als eigenständige Art später wieder eingebüßt. Heute geht man von 30 bis 50 Chili-Arten aus. 5 davon werden breitflächig kultiviert, diese Kulturarten stelle ich euch im Einzelnen vor. Alle anderen Arten bezeichnet man als Wildarten.

5 Tipps für Chili-Neulinge

Tipp 1: Im Blumentopf ist es nicht so einfach, ein aktives Bodenleben zu halten. Das funktioniert bei Pflanzen im Garten leichter.

Tipp 2: Bei Flüssigdünger lieber öfter weniger anwenden als einmal zu viel. Anfangs mit 50% von der angegebenen Menge beginnen und erst dann auf 100% gehen, wenn die Pflanzen viel Blattmasse hat und Früchte gebildet hat.

Tipp 3: Wenn es kalt und regnerisch ist, werden organische Dünger nicht umgesetzt – und dann hungern die Pflanzen. In diesem Fall bietet es sich an, mit Kunstharz ummantelte Depotdünger einzusetzen, die zu den mineralischen Verbindungen gehören.

Tipp 4: Da sich viele feste organische Dünger nur langsam umsetzen bzw. gar nicht, wenn es kalt ist, solltet ihr nur sehr vorsichtig nachdüngen. Wenn es dann warm wird und das Bodenleben in Gang kommt, können sich die Lebewesen im Boden bei zu viel Dünger so stark vermehren, dass sie selbst mehr Stickstoff verbrauchen, als sie den Pflanzen zur Verfügung stellen.  Wenn ihr bei Mangelsymptomen noch mal nachdüngt, verstärkt sich das Phänomen weiter.

Tipp 5: Wer möglichst wenig Dünger einsetzen möchte, kann sich mit Bodenbakterien – wie den Mykorizza-Pilzen – beschäftigen. Wenn sie in die Erde gelangen, verbessert sich die Nährstoffaufnahme der Pflanze, und deshalb könnt ihr weniger Nährstoffe zuführen. Bei solchen Experimenten solltet ihr auf mineralische Dünger verzichten, da sie oft kontraproduktiv sind und die Organismen schädigen.

Wenn die Chili-Erde das Problem ist

Zu nasse Erde: Auf jeden Fall darauf achten, dass sie abtrocknet. Wenn schon ausreichend Wurzeln vorhanden sind und sich ein Wurzelballen gebildet hat, dann diesen aus dem Topf nehmen und an einem warmen, trocknen Platz trocknen lassen. So kommt auch mehr Luft an die Wurzeln, und diese faulen nicht. Wenn die Pflanze noch sehr jung ist, hilft im schlimmsten Fall nur neue Erde.
Zu trockene Erde: Besonders bei Torfprodukten kann es schwierig werden, die Erde wieder feucht zu bekommen. Oft hilft nur noch das „Tunken”. Den ganzen Topf dabei unter Wasser drücken und warten, bis keine Luftblasen mehr an die Oberfläche steigen. Anschließend abtropfen lassen. Wenn noch Wasser im Untersetzer steht, diesen ausleeren.
Verdichtete Erde: Oft hilft leider nur das Umtopfen in neue Erde. Wenn beim Aufbrechen des Wurzelballens einige Wurzeln reißen, macht das nichts. Es ist sogar förderlich, damit sie in der neuen Erde gut anwachsen.
Schimmelige Erde: Wenn es zu feucht und zu warm ist, entwickelt sich leicht Schimmel. Dann die obere Erdschicht komplett abtragen. Anschließend darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht höher als 50% ist und die Temperatur unter 27° C bleibt.


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Eure Erfahrungen:

Welche Erfahrungen habt ihr mit Schnecken gemacht? Welche Methoden könnt ihr empfehlen, um der Plage Einhalt zu gebieten?

5 Kommentare

  • Isabelle

    Hallo zusammen,
    @Susanne, das mit dem Lavendel kann ich bestätigen. Zumindest glaube ich, dass es am Lavendel liegt, denn diese Beete sind nie befallen. Mein Salat, meine Tomatensprosse und meine drei Chili-Töpfe sind allerdings auf der anderen Seite vom Haus und halten mich ab dem Frühling ganz schön auf Trab.
    Wie es die Ironie will, habe ich mir spanische Chilis zugelegt, sie wachsen und gedeihen prächtig. Letzten Sommer habe ich sie aus dem Wintergarten in den Garten gepflanzt. Seitdem habe ich das Schneckenproblem.
    Den Tipp mit dem Neem werde ich wohl dieses Jahr mal ausprobieren. Hagelsalz hat bisher bedingt geklappt, hat aber meine Tomatenpflanze kaputt gemacht. Da hätte ich auch früher drauf kommen können.
    Das Basilikum werde ich zu den Tomaten umpflanzen und berichte dann nochmal. Danke erstmal für die Tipps und den praktischen Artikel.
    Grüße
    Isabelle

  • Harald Zoschke

    Wer die Möglichkeit hat: Laufenten lieben Schnecken und sind sehr putzig!
    Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr zu ersten Mal Eidechsen im Garten haben, auch die verputzen unter anderem Schnecken. Seit „Lurchi & Co.“ da sind, haben wir deutlich weniger mit Schnecken zu tun! Wir hoffen, dass sie bei uns überwintern.
    Gruß,
    Harald

  • Susanne

    Vielleicht gibt’s ja auch eine Pflanze, die sich gut verträgt mit Chillis und Schnecken abhält? Bei Basilikum und Erdbeeren funktioniert das und auch mit vielen anderen Gewürzpflanzen. Neben Basilikum sind Schnecken angeblich auch nicht auf Lavendel scharf.
    Eine allgemeine Frage: Wie hoch sind denn eure Chillis inzwischen?
    Schöne Grüße Susanne

  • Meine Erfahrung zu Schneckenkorn ist nicht gut, da die Schnecken davon auch aus den Nachbargärten angelockt werden – zudem fressen auch die Weinbergschnecken und die Tigerschnegel von den giftigen Körnern. Das möchte ich vermeiden.
    Ich habe gute Erfahrungen mit Neem gemacht. Ins Pflanzloch einen Löffel mit hinzugegeben, dann wird die Pflanze für die Schnecken bitter. So bleibt auch der Salat verschont. Leider muss man die Behandlung auch öfter auffrischen, da sich gerade bei Regen die Wirkung „auswäscht“.
    Das wichtigste ist und bleibt natürlich das abendliche Absammeln. Im letzten Jahr hat eine Schnecke in einer Nacht alle 3 Habanero Brown Früchte weggenascht. Also ein bisschen teilen muss ich auch…

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