Snowlife: Beheizbare Fingerhandschuhe im Test

Wer bei Schnee & Eis schnell friert und kalte Finger bekommt, die zudem auch noch weiß anlaufen, verzichtet meist auf den Wintersport. Mit beheizbaren Handschuhen wäre es jedoch zumindest einen Versuch wert, doch noch mal zum Skifahren oder Snowboarden in die Berge zu fahren. Frauen mit Raynaud-Syndrom haben beheizbare Fingerhandschuhe der Schweizer Firma Snowlife AG getestet. Hier berichten sie über ihre Erfahrungen mit den Heat GTX Liion Gloves, die ich auch mit einer Infrarotkamera fotografiert habe.

Viele Handschuhe für Wintersportler

In den Schweizer Alpen kann es im Winter bitterlich kalt werden. Kein Wunder also, dass sich die Firma Snowlife auf warme Handschuhe für Ski- und Snowboardfahrer spezialisiert hat. Für Menschen, die besonders schnell oder oft kalte Hände bekommen, sind diese beiden Typen interessant:

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  • 6 Aktivkohle-Handschuhe, die sich auf dem Handrücken mit einem Heizpäckchen erwärmen lassen. Achtung: Dabei bleiben die Fingerspitzen kalt, was bei heftigem Frieren nicht angenehm ist.
  • 2 beheizbare Handschuhe, in die Heizdrähte bzw. Heizelemente eingebaut sind, die mit einem Akku betrieben werden (1x Fingerhandschuh = unser Testmodell, 1x Fausthandschuh)
Praxistest: Handschuhe anziehen

In einem Video auf der Firmen-Webseite erfahren Sie: „Die Probleme beim Handschuh waren und sind immer dieselben. Das An- und Ausziehen ist umständlich und dauert lange – und das wird beim zweiten Handschuh nicht einfacher.“

Bei unserem Testmodell hatten wir dieses Problem auch, weil sich der dicke Schaft nicht gut unter dem Jackenärmel verstauen lässt. Schade eigentlich, denn die Firma hat das Problem ja scheinbar schon erkannt.

snowlife_akkus_beheizbare_handschuhe_frieren_schwitzen_kDoch weiter mit dem Video: Wie oft ziehen Skifahrer ihre Handschuhe an und aus? „Im Schnitt 23 mal pro Tag“, behauptet der Sprecher. Demnach müsste die Firma eine Statistik erhoben haben, wobei sie leider nicht erwähnt, wieviele Testpersonen sie in welchem Zeitraum beobachtet hat.

Auch die Liste der namentlich erwähnten Testimonials auf der Firmen-Webseite ist eindrucksvoll. Leider erfahren Sie dort nicht, mit welchen (beheizbaren?) Produkten die Wintersportler ausgestattet wurden und wie zufrieden sie damit sind:

  • 11 Snowboardfahren und Ski-Freerider aus der Schweiz
  • 12 Ski-Alpinfahrer aus Norwegen
  • 2 weitere Wintersportler aus Österreich und Deutschland.

23 mal pro Tag ziehen wir unsere Handschuhe im Alltag wahrscheinlich nicht an und aus. Stattdessen kommt bei beheizbaren Handschuhen ein anderes Kriterium ins Spiel: Wie gut lassen sich die Akkus in dem Fach verstauen, das im Handschuhschaft untergebracht ist? Denn mit kalten Fingern macht das keine allzu große Freude. Dieses Problem hat die Schweizer Firma gut gelöst, siehe unten.

Testbericht über die Heat GTX Liion Glove in Größe L/M

snowlife_beheizbare_handschuhe_tasche_frieren_schwitzen_kDer schwarze Fingerhandschuh wird in einer flexiblen Transporttasche geliefert, damit Sie auch auf Reisen und im Sommer alles beisammen halten können.

Diese Aufteilung finde ich sehr sinnvoll:

  • 2 Taschen mit Klettverschluss für Ladegerät und Länderstecker und ein roter Gummigurt für die Anleitung.
  • Oben und unten auf die schwarze Tasche aufgenähte Folien mit Infos zum Handschuh – wobei die Fächer offen sind, sodass man auch andere Papiere hineinschieben könnte.

Der Testhandschuh sieht sportlich aus, auf der Firmen-Webseite können Sie ihn in einer 360-Grad-Aufnahme anschauen. Wenn Sie bedenken, aus wievielen Lagen der Handschuh besteht, lassen sich die Finger darin noch recht gut bewegen:

  1. Das Obermaterial besteht aus Polyamid bzw. aus Leder, mit Leder sind die beanspruchten Stellen in der Handinnenfläche ausgestattet. Eher dekorativen Zwecken scheint der Lederbesatz auf 3 Fingern zu dienen, denn am Zeigefinger wurde darauf verzichtet, um einen gut sichtbaren Platz fürs eingestickte Firmenlogo zu schaffen. Weitere Lederstreifen gibt’s seitlich am Handschuhschaft und auf dem Handrücken rund um den Einschaltknopf – bei einem Sturz werden die Knöchel dadurch aber nicht extra geschützt.
  2. Als wasserabweisende Membran wurde Gore-Tex® verarbeitet.
  3. Das Isolationsmaterial besteht aus dem daunenähnlichen Primaloft®.
  4. Die Heizelemente befinden sich auf der Handoberseite.
  5. Der Futterstoff besteht aus einem weichen, angenehm zu tragenden Material.

>>> Wichtig zu wissen: Die Handschuhe sind nicht waschbar.


>>> Die komplette Serie zu unseren Handschuhtests finden Sie in der Frieren-Kategorie „kalte Hände“.


Schutz gegen eindringende Kälte und Nässe

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_42_frieren_schwitzen_kDamit Wind, Schnee und Nässe nicht in den Handschuh gelangen können, ist ein wasserabweisendes Material wichtig. Hinzu kommt ein enges Bündchen rund ums Handgelenk:

  • Auf der Handinnenseite zieht sich das Material durch einen eingearbeiteten Gummizug am Handgelenk etwas zusammen.
  • Auf der Handaußenseite können Sie einen Gurt zuziehen und mit einem Klettband verschließen.

Der Handschuhschaft lässt sich nur nach längerem Hantieren unter dem Jackenärmel oder dem Jackenbündchen verstauen, weil dort die beiden Akkus samt Kabeln untergebracht sind und der Schaft zum offenen Ende hin weiter wird und das dicke Innenfutter hervorquillt.

Der dicke Schaft steht also vom Unterarm ab, auch weil es dort kein Band mit Feststeller gibt. So kann der Wind eindringen, wenn der Jackenärmel nicht darüber gezogen wurde. Schnee und Nässe können sich im dicken Futtermaterial festsetzen – was bei Eiseskälte nicht angenehm ist.

So funktioniert das Heizsystem

Für jeden Handschuhe gibt es 2 flache, 61 Gramm schwere Lithium-Ionen-Akkus. Das gleichzeitige Aufladen im 106 Gramm schweren Ladegerät dauert etwa 5,5 Stunden. Danach schaltet die Anzeige von Rot (= laden) auf Grün (= voll geladen) um, diesen Hinweis finden Sie sinnvollerweise auch noch mal auf dem  Ladegerät selbst.

Die beiden Akku-Fächer erreichen Sie über einen 5,5 cm langen Reißverschluss-Eingang an der Daumenseite – und zwar platzieren Sie einen Akku auf der Außenseite und den anderen auf der Innenseite des Handschuhs. Vorteil: Das Gewicht verteilt sich besser, als wenn beide Akkus von oben oder unten aufs Handgelenk drücken würden.

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_41.1_frieren_schwitzen_kGegen eindringende Nässe sind die Akkus im jeweiligen Fach mit einem Klettverschluss geschützt. Als zweiter Schutz kommt der Reißverschluss hinzu, hinter dem die Kabel und dann die Akkus verschwinden.

Mit kalten Fingern ist es nicht zu empfehlen, die Akkus in die engen Fächer zu stecken. Aber das ist auch nur beim ersten mal notwendig, weil Sie die Kabel zum Laden einfach umstecken können.

Welche Heizstufe Sie eingestellt haben, erkennen Sie an 3 kleinen Quadraten auf dem Handrücken, die entsprechend leuchten. Die Bedienungsanleitung warnt davor, die „Stufe 3 nicht länger als ein paar Minuten eingeschaltet“ zu lassen, da beim Dauerbetrieb eine „zu große Hitze“ mit „Verbrennungsgefahr“ entstehen könne. Stufe 1 oder 2 seien ausreichend, um eine behagliche Wärme zu erzeugen.


>>> Hier erkläre ich,…


So können Sie die Heizdauer verlängern

Die höchste Temperatur auf der dritten Stufe, die ich von außen mit der Infrarotkamera gemessen habe, liegt bei 42 Grad Celsius. Diese Stellen sind auf den Wärmebildern weiß dargestellt, sie liegen zwischen den Fingern. Der Daumen und die Finger sind obendrauf nicht ganz so warm (= rote Stellen).

Zu den Fingerspitzen hin wird der Handschuh scheinbar kälter, denn die außen gemessenen Temperaturen werden von Türkis und Blau bis Pink und Schwarz angezeigt. Auf den Fotos habe ich direkt an den Fingerspitzen 21,5 bzw. 19,8 Grad gemessen – was aber auch mit einer dort besonders starken Isolation zusammenhängen könnte.

Mein Fragebogen zum Heizsystem, den ich der Firma zu Beginn meiner Recherchen geschickt habe, könnte das Rätsel aber vielleicht auch lösen: Demnach sind 3 cm lange Heizelemente in die Handschuhe eingebaut, die möglicherweise eben nicht bis zu den Fingerspitzen reichen.

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_21.5_frieren_schwitzen_kBleibt die Frage nach der Aufwärmzeit bis zur höchsten Stufe, denn Menschen mit Raynaud-Sydrom sollten die warmen Handschuhe schon drinnen anziehen, um draußen einen Frieren-Anfall möglichst vermeiden zu können: Testerin Stephanie kam auf 2 Minuten, während Carmen 10 bis 15 Minuten wartete, bevor sie die Handschuhe warm genug fand.

Die Heizdauer pro Ladung beträgt…

  • auf höchster Heizstufe 2 bis 2,5 Stunden (laut Hersteller), bei uns waren es sogar etwas mehr als 2,5 Stunden
  • auf mittlerer Heizstufe 4 bis 5 Stunden (laut Hersteller)
  • auf niedrigster Heizstufe 8 bis 10 Stunden (laut Hersteller)

Da die Handschuhe auf Heizstufe 3 laut Carmen sehr warm werden, hat sie auf Stufe 2 zurückgeschaltet – was die Heizdauer verlängert.

Heißer Tipp in der Gebrauchsanleitung: Wenn Sie die Handschuhe über den Sommer hinweg nicht tragen, sollten Si…

  1. die Lithium-Ionen-Akkus komplett leeren
  2. dann drei Stunden aufladen
  3. die Kabel vom Ladegerät trennen
  4. die Akkus (ohne Verbindung zu den Handschuhen) an einem trockenen Ort lagern

Um die Haltbarkeit der Akkus zu verlängern sollten Sie diese Prozedur alle 6 Monate wiederholen.


Das berichten Frauen mit Raynaud-Syndrom über die Testhandschuhe

Carmen bekommt heftige Raynaud-Symptome, ihr waren die Testhandschuhe leicht zu groß: „Für meine schmalen Handgelenke ließ sich der Klettverschluss nicht eng genug stellen, aber insgesamt ging es.“ Sie hat die Testmodelle im Alltag getestet – beim Fußgehen, beim Stadtbummel und bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_19.8_frieren_schwitzen_kDas Akkufach gefällt ihr gut, „weil eines auf der Handoberseite und eines auf der Handunterseite ist. Dadurch verteilt sich das Gewicht der Akkus gleichmäßiger“.

Carmen findet die Innenfütterung „sehr angenehm weich“. Auch die Wärmeentwicklung bzw. Heizleistung findet sie gut.

Ihre Minuspunkte: „Die Aufwärmzeit neigt eher zu 15 Minuten, was für mich zu lang ist. Die Finger sind in den Handschuhen nicht so gut beweglich.“

Stephanie hat ein leichtes Raynaud-Syndrom, ihr waren die Handschuhe zu groß. Bei diesen Gelegenheiten hat sie den Handschuh getestet: Auto fahren, zu Fuß, Stadtbummel, öffentliche Verkehrsmittel und Radfahren.

Pluspunkte: „Durch die Membran ist das Material wasserabweisend. Durch den Ledereinsatz in der Innenseite haben die Handschuhe einen guten Grip.“ Die Heizleistung auf Stufe 3 findet sie zu hoch, sie hat also auf die mittlere Stufe herunterschalten können.

Das Aufwärmen der Handschuhe erfolgte bei Stephanie nach wenigen Minuten – Carmen machte dabei andere Erfahrungen, siehe oben.

Nachteile laut Stephanie: „Das Akkufach ist umständlich zu öffnen. Der Feststeller am Handgelenk lässt sich bei mir nicht eng genug einstellen.“

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_21.7_frieren_schwitzen_k„Optisch sehen die Handschuhe sehr sportlich aus und eignen sich daher z.B. zum Skifahren“, erklärt Stephanie. „Ob man diesen Look für alltagstauglich hält, muss jeder selbst entscheiden.“ Sie findet die Handschuhe sinnvoll für:

  • Raynaud-Patienten
  • Alltag
  • Radfahren
  • Autofahren
  • Skifahren (Abfahrt / Langlauf)

Yvonne Meier ist Raynaud-Patientin mit heftigen Symptomen. Obwohl ihr die Testhandschuhe zu groß warenm, hat sie die Fäustlinge beim Stadtbummel, Rad fahren, Joggen und Reiten ausprobiert.

Lobenswert findet sie das angenehme Innenfutter: „Für den Alltag und für Spaziergänge ist es auf jeden Fall ein Handschuh, der sich gut nutzen lässt. Aber man muss ihn oft ausziehen, um etwas greifen zu können. Außerdem sind die Passform und das Design nicht so schön für Frauen.“

Die Heizleistung ist für Yvonne allerdings in allen drei Stufen kaum bis gar nicht spürbar: „Stufe 3 ist für den Alltagsgebrauch ausreichend. Aber ich bezweifle, dass diese Wärmeentwicklung für den Wintersport bei einen Raynaud-Patienten mit starken Symtomen ausreichend wäre.“

Wenn der Akku über Nacht geladen wird, hält er laut Yvonne lange. Auch der Nässeschutz beim Radfahren und im Alltag sei sehr gut.

„Die beheizbaren Fausthandschuhe eigen sich für mich nicht zum Reiten, weil sie nicht waschbar sind und die Passform der Testhandschuhe nicht optimal ist“, erklärt Yvonne.


Tipps zum Online-Einkauf

snowlife_beheizbare_handschuhe_waermebild_21.5_frieren_schwitzen_kAuf der Firmen-Webseite finden Sie bei der „Shopsuche“ eine Liste von 9 Ländern mit Geschäftsadressen.

Wenn Ihnen unsere ausführlichen Testberichte zu den beheizbaren Handschuhen gefallen, können Sie >>> hier klicken, um die beheizbaren Handschuhe von Snowlife (*Partner-Link) zu bestellen.

* Diesen Partner-Link zu Amazon gebe ich an, weil ich durch Ihren Kaufklick eine kleine Provision für die Empfehlung erhalte. Für Sie ändert sich dadurch nichts, denn der Verkaufspreis bleibt derselbe wie der, den Sie bei einer direkten Amazon-Bestellung zahlen würden.


Fotos: Karin Hertzer

Ihre Erfahrung:

Welche Ursachen haben kalte Hände bei Ihnen? Was tun Sie, wenn Sie  eiskalte Finger bekommen? Wie gefallen Ihnen Fingerhandschuhe im Vergleich zu Fäustlingen?

6 Kommentare

  • Jürgen Röhricht

    Hallo,
    ich habe leider nur schlechte Erfahrungen mit den Snowlife Handschuhen. Ich trage sie zum Skilaufen und zum Radfahren. Die Heizleistung fand ich nicht zufriedenstellend. Insbesonders beim Radfahren unter Null bekam ich nach ca. 1 Std. ziemlich kalte Finger.
    Das wäre nicht so schlimm, aber die Qualität ist miserabel. Mein erstes Paar hatte nach etwas mehr als 2 Jahren eine sehr unterschiedliche Heizdauer (delta 1 Stunde), mein zweites Paar hat die Heizung inzwischen gänzlich eingestellt, trotz sehr guter Akkus. Das ist bei dem Preis völlig inakzeptabel. Nie mehr Snowlife!
    Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      ich habe jetzt schon von mehreren Seiten gehört, dass die Akku-Leistung nach einem Sommer nachlässt. Das könnte mit der Lagerung im Sommer zusammenhängen. Schau bitte mal unten bei den Kommentaren zu den Heizteufel-Handschuhen nach. Dort unterhält sich ein Leser mit dem Hersteller. Vielleicht erklärt sich dabei einiges für dich.
      Mit sonnigen Grüßen von Karin Hertzer

    • Liebe Romina, ihr testet ja wohl regelmäßig Outdoor-Produkte, so sehe ich das jedenfalls in eurem Blog. Hier geht es mir um eine spezielle Zielgruppe, die Raynaud-Patienten, die noch strengere Kriterien an wärmende Produkte haben als „gesunde“ Menschen. Trotzdem finde ich es gut, dass ihr euch auch schon mit beheizbaren Handschuhen beschäftigt habt, denn das ist ja schon eine Wissenschaft für sich, das richtige Modell auszuwählen. Sonnige Grüße von Karin

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