Trinken gegen den Durst: lauwarm oder eiskalt?

Was gibt es im Sommer Schöneres, als den Feierabend mit einem kühlen Drink einzuläuten oder am Wochenende mit Freunden auf dem Balkon oder im Garten zu sitzen und ein paar leckere Cocktails zu genießen? Solch ein Gute-Laune-Feeling vermittelt auch der Barmeister Matthias Eisenhardt seinen Gästen jeden Tag. Die Kunst des Mixens vermittelt der Leiter der BarAkademie Berlin auch in Kursen für Restaurantfachkräfte. Seine Sommer-Cocktails bietet er meist auf Eis oder zumindest eisgekühlt an. Im Interview erzählt er, warum er aber gegen den Durst nach dem Schwitzen empfiehlt, auf Alkohol und das Eis in den Drinks zu verzichten.

Lauwarme Getränke treiben nicht so viel Schweiß

1. Was trinken Sie immer Sommer am liebsten, wenn es draußen heiß ist und Sie durstig sind?

eisenhardt_barmeister_frieren_schwitzenMatthias Eisenhardt: Bei der Arbeit habe ich jeden Tag mit Alkohol zu tun, aber als Profi würde das Trinken von alkoholischen Getränken während der Arbeitszeit nur dem Geschäft und meiner Gesundheit schaden. Ich probiere zwar ab und zu mal einen Drink, aber das war’s dann auch.

Privat trinke ich fast nur Alkoholfreies – das kann auch eine schlichte Limonade sein, die ich dann aber selbst mache. Mein Tipp für den Sommer ist beispielsweise ein Waldmeister-Sirup oder ein Holunderblüten-Sirup, den ich nur mit stillem oder sprudelndem Wasser aufgieße.

2. In der Bar bestellen die meisten Sommergäste eisgekühlte Drinks oder Getränke mit Eiswürfeln drin. Warum empfiehlt sich das nicht, wenn man schwitzt und den Durst löschen möchte?

Wenn es draußen heiß ist, wärmt sich auch der Körper auf, und man fängt an zu schwitzen. Der erste Impuls ist dann meist, dass wir am liebsten ein eiskaltes Getränk herunterstürzen wollen, um uns abzukühlen.

Was dann passiert, ist der gegenteilige Effekt: Der Körper fängt an, zusätzliche Hitze zu produzieren, um die Flüssigkeit anzuwärmen, damit wir sie besser verdauen können.

An einem heißen Sommertag ist es also besser, lauwarme Getränke gegen den Durst zu trinken. Ein gutes Beispiel dafür ist der warme Pfefferminztee, der in nordafrikanischen Ländern beliebt ist, wo es ja oft sogar viel heißer als bei uns ist. Die ätherischen Öle der Minze wirken kühlend, der warme Tee lässt sich gut in kleinen Schlucken trinken. (> Liste mit 75 kühlenden Lebensmitteln)

Wenn meine Gäste in der Bar einen Drink bestellen, geht es ihnen meist nicht darum, dass sie ihren Durst löschen wollen. Sie wollen den Abend genießen und sich etwas gönnen. Daher servieren wir in der Bar auch viele eisgekühlte Getränke und lassen das Eis auch nicht einfach weg, wenn es denn zu einem Cocktail-Rezept gehört.


Beim Seelenwärmer-Foto-Projekt beschäftigen sich die fortgeschrittenen Food-Fotografen mit coolen Drinks. Bei dem Online-Workshop lernen die Teilnehmer im Juli, wie sie Gläser präparieren können, damit es so aussieht, als ob sie mit einer kühlen Flüssigkeit gefüllt sind. Schaut doch mal rein!

>>> Foto-Tricks für coole Getränke


3. Welche Tipps hätten Sie für Food-Fotografen, die coole Drinks schön in Szene setzen wollen?

Wichtig ist, dass alles appetitlich aussieht. Das fängt schon mal mit absolut sauberen Gläsern an. Nach dem Putzen mit einem weichen Tuch gilt es, vorsichtig beim Einschenken zu sein. Damit nichts unnötig schwappt, eignen sich Gefäße mit einem dünnen Rand oder einer Ausgusslippe am besten.

Zum coolen Ambiente passt ein Bar-Equipment aus gebürstetem Stahl, die Gläser machen sich gut auf einem metallisch wirkenden, weißen oder hellen Untergrund. Für die Deko eignen sich vor allem die Früchte, aus denen der Drink gemixt wurde. Weiße, schwarze oder farbige Trinkhalme setzen schöne Akzente oder Kontraste.

Einen ganz speziellen Tipp hätte ich noch: Wenn Sie mal eine Bowle fotografieren wollen, brauchen Sie nicht unbedingt ein Bowlengefäß dafür nehmen. Eine große runde oder zylinderförmige Vase sieht nämlich manchmal viel imposanter aus. Es versteht sich natürlich von selbst, dass Sie eine vorher schon benutzte Vase gut auswaschen müssen, bevor Sie ein Getränk darin servieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

>>> Hier gibt Matthias Eisenhardt 3 heiße Tipps, damit dir coole Cocktails garantiert gelingen.

Fotos: Susan Brooks-Dammann (1), privat (1)

Ein Kommentar

  • nix

    Hallo Frau Hertzer,

    vielen lieben Dank für den super Beitrag! Oh nein, ich habe bis jetzt immer den Fehler gemacht, an heißen Tagen eiskalte Getränke mit vielen Eiswürfeln zu trinken. Man hat dann halt immer das Gefühl, man braucht unbedingt etwas Kaltes zum Abkühlen, aber das macht schon so Sinn, wie sie das beschreiben. Eigentlich erreicht man damit nur das Gegenteil.

    Das mit dem Pfefferminz-Tee werde ich auf jeden Fall bald mal ausprobieren, das kenne ich auch aus dem Marokko-Urlaub. Jetzt am Wochenende sollen es ja sogar 36 Grad werden, da habe ich die perfekte Gelegenheit, das gleich mal umzusetzen! Und Tee mit frischer Minze aus dem Garten schmeckt auch wirklich klasse! 🙂

    Ganz liebe Grüße und ein sonniges Spätsommer-Wochenende!

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