Nie wieder schwitzen: 6 Erfindungen zum Cool-down


Ventilatoren, Eismaschinen und Klimaanlagen – ohne solche Erfindungen wären die wirtschaftlichen Fortschritte von Staaten mit besonders heißem Klima kaum möglich gewesen. Denn je heißer es wird, desto schlechter können wir uns konzentrieren. Kein Wunder also, dass sich die Menschen schon seit Jahrhunderten etwas einfallen lassen haben, um sich auch bei extremer Hitze wohlzufühlen. Hier die 6 besten Erfindungen, damit wir nicht mehr so stark schwitzen müssen.

Bei Hitze lässt die Konzentration nach

Erfinder mussten schon seit jeher einen kühlen Kopf bewahren, um nicht als Spinner abgetan zu werden. Ob sie ihre Ideen zum Cool-down im Winter oder im Sommer in die Tat umsetzten, lässt sich nachträglich aber leider kaum noch herausfinden.
Fakt ist: Wir fühlen uns am wohlsten, wenn unsere Körperkerntemperatur bei rund 37 Grad Celsius liegt. Im Sommer steigt sie schnell an – durch die äußere Hitze und wenn wir uns bewegen oder Sport treiben. Damit wir innerlich nicht verkochen, beginnen wir zu schwitzen. Und so entwickelt sich schließlich eine gewisse Verdunstungskälte, die uns abkühlt.
Auch unser Gehirn reagiert empfindlich auf die Hitze: Bei einer Lufttemperatur von 28 Grad nimmt unsere Konzentrationsfähigkeit um 30 Prozent ab, bei 33 Grad erreichen wir nur noch die Hälfte unserer Leistungsfähigkeit.
Was sich Erfinder so alles einfallen lassen haben, um uns das Leben und die Arbeit auch bei brütender Hitze zu erleichtern, ist wirklich erstaunlich. 6 coole Ideen stelle ich Ihnen im Folgenden gern vor.

1. coole Idee: Ventilator 1740

Um die verbrauchte Raumluft gegen Frischluft auszutauschen, konstruierte der britische Physiker Stephen Hales 1740 einen Ventilator. Zuerst kühlten die Windmaschinen die Besatzung von Schiffen, später auch Ärzte, Krankenschwestern, Patienten und Labore in Krankenhäusern und Insassen von Gefängnissen.
Das Patent für den ersten elektrischen Ventilator erhielt der Ingenieur James Wood 1902.

2. coole Idee: Eismaschine zur Kühlung von Räumen 1851 und 1859

Der amerikanische Arzt John Gorrie beobachtete Mitte des 19. Jahrhunderts in Florida, dass sich das Gelbfieber im Winter nicht weiter ausbreitete. Also entwickelte er eine erste Kaltluftmaschine, mit der man Räume kühlen konnte.
Anfangs experimentierte er mit Eisblöcken, die er unter die Decke hängte. Da der Transport per Schiff aber zu teuer war, beschäftigte er sich mit der Entwicklung einer Eismaschine, die komprimierte Luft zur Herstellung nutzte – das Patent erhielt er 1851. Mit seinem Prototypen konnte Gorrie direkt vor Ort Eiswürfel herstellen. Das Prinzip:

  • Komprimiere ein geeignetes Gas so stark, dass es sich erwärmt.
  • Entziehe dem komprimierten Gas die Wärme.
  • Lass es sich wieder ausdehnen.
  • So wird das Gas kälter, als es zu Beginn war, und kühlt seine direkte Umgebung.

Schlechte Luft: Um das Gelbfieber zu bekämpfen, schlug der Arzt auch vor, die umliegenden Moore trocken zu legen, damit sie keine „giftigen Gase“ mehr ausströmen konnten. Diese Annahme leiteten er und seine Zeitgenossen von dem italienischen Wort Mal-aria ab, was übersetzt „schlechte Luft“ heißt. Dass die im Moor lebenden Mücken die Krankheitserreger auf die Menschen übertragen, wusste Gorrie damals noch nicht.
Eiswürfelmaschine: Acht Jahre später – also 1859 – erfand der Franzose Ferdinand Carré eine „Ammoniakabsorbtionskältemaschine“. Sie nutzte nicht mehr die Raumluft, sondern das wesentlich besser geeignete Gas Ammoniak in einem geschlossenen System und warf 200 Kilogramm Eis pro Stunde aus.

3. coole Idee: Duschräume 1860

Zum Waschen und Abkühlen machten sich die Menschen seit jeher die Flüsse, Seen und Wasserfälle in ihrer Umgebung zunutze. Auch mit einem Wassereimer oder einer Gießkanne plätschert das kühle Nass über den erhitzten Körper. Aber eine Dusche, wie wir sie heute kennen, musste erstmal jemand erfinden.

  • Um 1860 baute das französische Militär die ersten Duschräume, damit sich so viele Soldaten wie möglich in kurzer Zeit kostengünstig abkühlen und waschen konnten.
  • 1879 übernahm das deutsche Militär diese Erfindung in den Kasernen.
  • Ab 1880 gab es in Frankreich die ersten Duschen für Internate und Gefängnisse.
4. coole Idee: moderne Kältetechnik 1871

Den großen Durchbruch schaffte der deutsche Ingenieur Carl von Linde, der als Begründer der modernen Kältetechnik gilt: 1871 ließ er die erste Kühlmaschine in Augsburg herstellen, die mit Methyläther arbeitete. Das zweite Modell folgte 1876, es setzte – wie bei Carré – Ammoniak ein. Auch heute noch lohnt sich das Geschäft mit den Gasen: Die Linde AG ist weltweit bekannt, die Zentrale der Firma befindet sich in Pullach bei München.

5. coole Idee: Klimaanlage 1906

Der amerikanische Ingenieur Willis Haviland Carrier entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Klimaanlage in Brooklyn – aber nicht für ein Wohnhaus oder ein Büro, sondern für eine Druckerei und Lithographie-Anstalt. Die Papiere hatten sich nämlich durch die hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer so vollgesogen, dass sie sich wellten und unbrauchbar wurden. Und für dieses Problem suchte der Erfinder eine Lösung.
1906 erhielt Carrier schließlich das Patent für seine Klimaanlage, nach dem Prinzip dieses Vorgängermodells arbeiten auch die heutigen Geräte noch: Die Anlage saugt die feucht-warme Raumluft an und lässt sie durch eine Kältemaschine kühlen. Dabei kondensiert auch die Luftfeuchtigkeit aus und wird als Wasser abgeführt.

  • 1919 wurde in den USA erstmals eine Klimaanlage in ein Kinogebäude und ein Kaufhaus eingebaut.
  • 1931 kamen die ersten Heimkühler auf den amerikanischen Markt.
  • 1939 gab es die erste Klimaanlage in einem Auto – und zwar in einem amerikanischen Packard.
  • 1954 wurde die Aircondition erstmals serienmäßig in ein Auto eingebaut, als Pionier machte sich die amerikanische Firma Nash Motors mit seinem Ambassador einen guten Namen.
6. coole Idee: schwitzende Häuser 2012

Wenn uns zu heiß ist, fangen wir an zu schwitzen und kühlen uns so wieder ab. Dieses Prinzip der Verdunstungskälte brachte Forscher der ETH Zürich auf die Idee, auch Häuser schwitzen zu lassen.
Sie entwickelten eine 5 Millimeter dünne Matte, die sie auf die Dächer von mehreren Modelleisenbahnhäuschen legten. Eine spezielle Lampe imitierte das Sonnenlicht. Bei „Regen“ saugte sich die Matte wie ein Schwamm mit Wasser voll. Wenn sie durch die „Sonne“ wieder erwärmt wird, fängt sie an zu schwitzen – und so wird dem Gebäude die Wärme entzogen.
Energie sparen: Wendelin Stark, Professor am Institut für Chemie- und Bioingenieurwissenschaften, und sein Team rechneten den Modellversuch auf ein Einfamilienhaus hoch. Das Ergebnis: Mit den schwitzenden Matten lassen sich bis zu 60 Prozent der Energie einsparen, die man sonst für die Klimatisierung brauchen würde.
Wir dürfen also gespannt sein, wann und wo die ersten schwitzenden Häuser gebaut werden. Die kostengünstigen Matten würden sich nämlich auch für Entwicklungs- und Schwellenländer mit besonders heißem Klima eignen.

Fazit:

Da wir bei großer Hitze schwitzen und nicht mehr klar denken können, haben sich die Menschen schon seit jeher etwas gegen das Schwitzen einfallen lassen. Den Erfindern von Ventilatoren, Kaltluftmaschinen und Klimaanlagen können wir also nur dankbar sein. Übrigens: Auch das Frieren macht erfinderisch!

Ihre Meinung:

Welche Erfindungen zum Cool-down fallen Ihnen noch ein? Auf welche Idee ist leider noch niemand gekommen? Was könnten wir uns auf Reisen von den Menschen in heißen Ländern abgucken?

Foto: FMUA / fotolia

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