Wintersport: Survival-Tipps für Ausflüge in die Kälte

Der nächste Winter kommt bestimmt! Es lohnt sich also, schon mal wärmende Jacken, Handschuhe, Einlegesohlen und Unterwäsche bereit zu legen.  Hier finden Sie Survival-Tipps für Wintersportler, die bei Schnee und Eis nicht frieren wollen: Was hilft gegen kalte Füße? Wie baut man einen Iglu? Was tun bei Erfrierungen?

Packliste für die Schnee-Tour

Daunenjacken sollten mindestens 6 Prozent Federn enthalten, um die Daunen zu stabilisieren. Polarforscher und Antarktis-Urlauber brauchen einen Anteil von mindestens 90:10, für Alltagskleidung genügt eine 80/20er-Mischung. Eine Bauschkraft ab 650 inches³ isoliert super gegen die Kälte, das Außenmaterial muss aber wind- und wasserdicht sein.

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Was sich für Raumanzüge eignet, taugt auch für Ski-Jacken. Die NASA hat einen Stoff entwickeln lassen, in den paraffinhaltigen Micro-Kapseln eingearbeitet wurden. Sie schmelzen, wenn die Körpertemperatur bei körperlicher Bewegung ansteigt. Pfeift einem dann der eisige Wind im Sessellift oder beim Après-Ski vor der Hütte um die Nase, kristallisieren die Kügelchen in der Jacke wieder und erzeugen dabei eine mollige Wärme.

Beheizbare Ski-Handschuhe haben einen Akku, den Sie in die Jackentasche stecken und über ein Kabel mit dem Handschuh verbinden. Hinweis der Hersteller: Laden Sie die Akkus auch im Sommer alle 2 Monate auf. Hilfreich sind Sensoren in Ski-Handschuhen: Die eingebauten Temperaturfühler starten das 70 Gramm schwere Heizsystem nur bei Bedarf. Sie können zwischen 2 Wohlfühl-Temperaturen wählen.


 Zum Mitnehmen: Hier können Sie den Notfallplan als pdf ausdrucken!


Beheizbare Unterwäsche: Die silbern verstärkte Zone in der Nierengegend wird mit einem Akku verbunden, der 2,5 bis 5,5 Stunden lang Wärme abgibt. Ein anderes Modell funktioniert ohne Strom: Den Fäden aus Modal und Polyamid sind 4 Prozent Silber beigemischt, den Strickstoff können Sie laut Hersteller schonend waschen.

Gegen kalte Füße hilft es, die Zehen in den (möglichst nicht allzu engen und wasserdichten) Schuhen zu bewegen. Auch das Hüpfen, Springen und Tanzen regt die Durchblutung an. Wer vorbeugen möchte kann Einlegesohlen aus wärmenden Materialien in die Schuhe legen: Zimtfüllungen wirken anregend, Oberflächen aus Wollfilz oder plüschigem Polyester halten die Körpertemperatur fest, Unterseiten aus Alu reflektieren die Kälte vom Boden. Der neueste Schrei sind spezielle Schaumstoffsohlen eines Schweizer Erfinders, die durch das Zusammendrücken und Sich-wieder-auseinander-Ziehen des Materials Wärme erzeugen. Funktioniert gut beim Wandern, aber leider nicht beim Skifahren.

Vorsicht in den Bergen: Sonnenbrand-Gefahr!

Chili-feet-Sohlen gegen das FrierenAuf dem Gipfel bekommen Sie schneller einen Sonnenbrand als im Tal. Der Grund: Die UV-Strahlung nimmt alle 1000 Höhenmeter um bis zu 10 Prozent zu. Wintersportler sollten daher eine fettige Kälteschutzcreme benutzen und vor allem Nase, Stirn, Wangen und Ohren mit einem Sonnenschutzmittel eincremen, das einen hohen Lichtschutzfaktor hat. Fettstift für die Lippen nicht vergessen – sie trocknen schnell aus!

So bauen Sie einen Iglu
  1. Im Notfall können Sie ein Loch in den Schnee buddeln, in das Sie sich hineinlegen. Wärmer ist eine kleine Höhle, die Sie an einem Standort mit windgepresstem Schnee bauen.
  2. Boden: Stampfen Sie den Platz für das Fundament fest und markieren Sie mit Skistöcken eine Kreis. Je größer der Innenraum wird, desto mehr Luft müssen Sie später erwärmen.
  3. Spiralbauweise: Stechen Sie mit einer Schneesäge flache Ziegel aus, die Sie in einer aufsteigenden Spirale aneinander lehnen.
  4. Für die Massivbauweise sägen Sie Blöcke, die zu einer Seite hin abgeschrägt sind. Die niedrige Seite zeigt nach innen. Für die Fenster können Sie Eisstücke einbauen.
  5. Der Eingang sollte vom Wind abgewandt sein. Damit Schnee und Kälte nicht so schnell eindringen können, sollte der Zugang wie beim Abflussrohr unter der Spüle geformt sein.
  6. Schneebett: Eine Isomatte wäre natürlich super, aber Sie können sich auch mit dem Schlafsack auf Ihre Kleidung legen – sie ist am nächsten Tag nicht gefroren.

Typische Anzeichen bei Erfrierungen

Bei Grad 1 ist die Haut blass und gefühllos, bei Wärmezufuhr rötet sie sich und schmerzt.
Bei Grad 2 färbt sich die Haut bläulich-rot, und es bilden sich Blasen.
Bei Grad 3 ist die Haut weiß und gefroren, nach dem Auftauen wird sie schwarz.

Tipps bei Erfrierungen

  • Wenn möglich beheizte Räume aufsuchen.
  • Erfrorene Stelle am eigenen Körper wärmen, zum Beispiel Hand in die Achselhöhle legen.
  • Langsam auftauen mit Wasser, das kaum wärmer als die Haut und das Gewebe ist.
  • Eiskalte Finger und Füße versuchen zu bewegen.
  • Den Körper mit heißen, gezuckerten Getränken aufwärmen.
  • Bei Grad 2 so schnell wie möglich zum Arzt gehen.
  • Bei Patienten mit Erfrierungen des 3. Grades muss das abgestorbene Gewebe im Krankenhaus entfernt werden.
  • Wichtig: Niemals heißes Wasser verwenden. Nicht mit Schnee einreiben, die Haut weder massieren noch anhauchen. Keinen Alkohol trinken.
Was tun, wenn der Körper unterkühlt ist?
  1. Sofort einen Notruf absetzen – in Deutschland, Österreich und in der Schweiz unter 112.
  2. Person flach auf den Rücken legen und mit lauwarmen Tüchern oder Decken langsam erwärmen.
  3. Warme, zuckerhaltige Getränke trinken.
  4. Bewusstlose Patienten in die stabile Seitenlage bringen.
  5. Notfalls Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase beatmen und mit einer Herzdruckmassage kombinieren.
  6. Wichtig: Keinen Alkohol einflößen!

Fotos: RitaJ / iStock, Karin Hertzer

Fazit:

Je vorausschauender Sie sich auf eine Tour durch Schnee und Eis vorbereiten, desto besser. Wer sich vor der Abreise um die Vorsichtsmaßnahmen kümmert, hat später nicht das Nachsehen. Denn so traurig es auch ist: Das Frieren kann manchmal leider auch tödlich enden.

Ihre Erfahrung:

Was hilft Ihnen gegen das Frieren? Welche wärmenden Materialien können Sie für Winterkleidung empfehlen? Was tun Sie gegen kalte Füße?

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