Kühlende Lebensmittel gegen das Schwitzen

Im Sommer greifen wir meist intuitiv zu kühlenden Lebensmitteln, um nicht so stark zu schwitzen: Zum Frühstück mögen wir Südfrüchte, Joghurt und Quark. Als Vorspeise entscheiden wir uns gern für Tomaten mit Mozarella, Gurkensalat oder eine Gazpacho. Auch ein Glas Mineralwasser, Buttermilch, Bier oder Weißwein kühlt die hitzigen Gemüter. Tipps zum Cool-down von innen.

Tomaten und Gurken kühlen den Körper von innen

Wenn Sie viel schwitzen, sollten Sie laut Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) kühlende Lebensmittel bevorzugen. Hier eine Einkaufsliste zum Cool-down. Probieren Sie es aus!

Lebensmittel mit kalter Wirkung
  • Früchte: Banane, Grapefruit, Orange, Mandarine, Clementine
  • Gemüse: Gurke, (Blatt-) Salat, Tomate
  • Kräuter, Gewürze: Borretsch, Löwenzahn
  • Hülsenfrüchte: grüne Sojabohne
  • Milchprodukte: Joghurt, Quark
  • Fisch: Kaviar, Krabbe, (Süßwasser-) Krebs
  • Getränke: Mineralwasser, künstliche Süßgetränke, Frauenmantel-Tee, Bier
Kühlende Lebensmittel
  • Früchte: Birne, Brombeere, Erdbeere, Heidelbeere, Himbeere
  • Gemüse: Artischocke, Aubergine, Broccoli, Champignons, Chicoree, Kresse, Lattich, Paprika, Radieschen, Sauerkraut, Schwarzwurzel, Spinat, Spargel, Zucchini
  • Kräuter, Gewürze: Kresse, Liebstöckel, Sauerampfer, Sauerklee, Zitronenschale
  • Milchprodukte: Buttermilch, Frischkäse
  • Getreide: Buchweizen, Gerste, Grünkern, Hirse, Weizen, Weizenkeimlinge, Weizenkleie
  • Nüsse, Kerne, Samen: Kokosnuss, Leinsamen, weißer Sesam
  • Fleisch: Schwein
  • Fisch: Lachs
  • Getränke: Fruchtsäfte, grüner Tee, Weißwein, Prosecco, Sekt; Kräutertee: Pfefferminze, Birkenblätter, Eibisch, Erdrauch, Goldrute
Wärmende Lebensmittel im Sommer nur sparsam einsetzen

Wenn Sie schnell ins Schwitzen kommen, sollten Sie darauf achten, Ihrem Körper nicht auch noch zusätzlich durch wärmende Lebensmittel einzuheizen. Vor allem scharfe Gewürze wie Chili, Cayennepfeffer, Curry, Knoblauch, Pfeffer und Tabasco treiben die Schweißperlen auf die Stirn.
Laut chinesischer Medizin
eignet sich das Grillen nicht so gut für Menschen, die viel schwitzen. Probieren Sie im Sommer doch mal aus, ob Sie weniger schwitzen, wenn Sie auf Fleisch von Huhn, Lamm, Schaf und Ziege verzichten – diese Fleischsorten gehören nämlich zu den wärmenden Lebensmitteln. Auch der gegrillte Schafs- oder Ziegenkäse auf dem an sich kühlenden Salat könnten zu viel des Guten sein, wenn Ihnen sowieso schnell heiß wird.

Heißes Klima – kühlender Schweiß

Wärmende Lebensmittel und scharfe Gewürze regen zum Schwitzen an, so entsteht auf der Haut eine angenehme Verdunstungskälte. Kein Wunder also, dass es in vielen Ländern mit besonders heißem Klima Rezepte für scharf gewürzte Gerichte gibt, die man meist lauwarm isst.
Tipp für Viel-Schwitzer: Probieren Sie aus, ob Ihnen die Ernährungsweise der südlichen Länder wirklich gut tut. Denn wenn Sie beim Essen zu sehr schwitzen, tropft der Schweiß von der Haut ab und hat keine kühlende Wirkung mehr.

Cooler Tipp: Nicht zu kalt trinken!

In der Sommerhitze müssen wir viel trinken und freuen uns auf ein kaltes Getränk. Leider macht es aber wenig Sinn, sehr kalte Getränke herunterzustürzen, denn der Körper muss viel Energie aufwenden, um sie auf Körpertemperatur aufzuwärmen. Die Folge: Wir fangen an zu schwitzen.
Tipp: Mit lauwarmen Getränken kommt unser Körper im Sommer am besten zurecht. Und wenn Sie doch mal Durst auf ein eiskaltes Getränk haben, nehmen Sie es in kleinen Schlucken zu sich, damit sich die Flüssigkeit auf dem Weg in den Magen schon mal etwas anwärmen kann.


Heißer Job für Profi-Köche: Grillstation im Restaurant

Der Literaturjournalist Bill Buford nahm sich ein Jahr lang eine Auszeit, um im New Yorker 3-Sterne-Restaurant Babbo das Kochen von der Pike auf zu lernen. In seinem Buch „Hitze“ beschreibt er seinen Posten am Grill:
„Ich hatte über den chemischen Prozess des Kochens nachgedacht, über den Transfer von Hitze und wie beim Grillen das Essen über einer Flamme platziert wird, bis genug Hitze erzeugt ist, um sein molekulares Make-up zu verändern. Aber jetzt bekam ich nicht aus dem Kopf, dass diese Hitzequelle – die Ursache dieser molekularen Veränderung – keine Flamme war, sondern die gesamte Küche. Der Arbeitsplatz war ein Backofen.“


Fazit:

Bevorzugen Sie in der heißen Jahreszeit kühlende Lebensmittel, um nicht noch zusätzliche Wärme aufzutanken. Umgekehrt sollten Sie wärmende Lebensmittel meiden, wenn Sie viel schwitzen.

Ihre Erfahrungen:

Können Sie die Ernährungsregeln der chinesischen Medizin bestätigen? Welche Lebensmittel können Sie bei großer Hitze empfehlen? Welches ist Ihr liebstes Cool-down-Rezept?

Foto: aurindrykson, fotolia

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