Wo es warm ist, da lass dich ruhig nieder!

Nach München bin ich wegen des guten Wetters gezogen. Ehrlich gesagt war das nicht der einzige Grund, aber ich freue mich trotzdem über jeden Sonnentag hier. Ich würde mir auch ganz genau überlegen, den Bekommt-man-nur-einmal-im-Leben-Job tatsächlich anzunehmen, wenn das einen Umzug nach Oimjakon in Nordost-Sibirien bedeuten würde – denn dort kann das Thermometer schon mal minus 72 Grad Celsius anzeigen. Hier erfahren Sie, ob Sie dem Wetterfrosch noch trauen können, wo Hitzerekorde gemessen wurden und was Sie tun können, wenn Sie viel schwitzen.

Zu seinem guten Ruf kam der Wetterfrosch…

… weil er bei Sonnenschein angeblich die Leiter nach oben klettert. Doch das tut er nicht, um uns das schöne Wetter vorauszusagen, sondern aus einem für Frösche ganz naheliegenden Grund: Sie mögen es schlichtweg nicht, in einem Glas eingesperrt zu sein! Und da sie nicht aus dem Stand herausspringen können, um zu fliehen und um besser an die herumsausenden Fliegen heranzukommen, nehmen sie eben die – von wem auch immer – bereit gestellte Leiter. Ob wir frieren oder schwitzen müssen, verrät Ihnen das Fluchtverhalten der Frösche aber leider nicht.

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Quietschgrüner Laubfrosch: Auf  Fotos und Zeichnungen ist meist der Laubfrosch dargestellt, weil er durch seine schöne grüne Farbe auf einem andersfarbigem Hintergrund schnell zu erkennen ist.  kein Wunder also, dass auch Kermit – der langbeinige Frosch aus der Muppetshow – quietschgrün ist.

Der Deutsche Wetterdienst arbeitet mit dem Klima-Michel

Statt auf den Wetterfrosch vertraue ich lieber auf den Deutschen Wetterdienst in Offenbach vertrauen, der 1952 gegründet wurde und die Daten von 180 hauptamtlichen und rund 1800 nebenamtlichen Wetterstationen auswertet. Jedes  Jahr macht der DWD 90.000 Vorhersagen und gibt 30.000 Unwetterwarnungen heraus.

Klima-Michel: Um darzustellen, bei welchen Temperaturen sich die Menschen behaglich fühlen und ob sie unter der Hitzebelastung oder dem Kältestress leiden, entwickelte der Deutsche Wetterdienst das Klima-Michel-Modell. Pate stand dafür ein Durchschnittsmann – 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß und 75 kg schwer. Warum es als Pendant keine Klima-Michaela gibt, konnte ich bislang aber noch nicht herausfinden.

Wo es warm ist …

… da lass dich ruhig nieder – so jedenfalls werben viele Reiseveranstalter für den Traumurlaub in Südafrika, in der Karibik oder auf den Malediven. Für mich hört sich das verlockend an, weil ich es lieber warm als kalt habe. Deshalb würde ich auch zögern, den Mann meiner Träume zu heiraten, wenn er mich in den Flitterwochen auf eine Kreuzfahrt in die Antarktis einladen möchte. Denn dort hat es im Sommer (November bis Anfang März) 0 bis 5 Grad Celsius, und zusätzlich pfeift meist ein scharfer Wind.

Ein gemäßigt-warmes Klima würde mich – außer in München – auch noch im Rheingraben und am Bodensee erwarten, da das Wasser die Wärme zwischen den Bergen speichert und sich der Sommer damit verlängert. In meinem Garten könnte ich dann früher als in München Chilis ernten, und im Herbst sogar Mandeln, Feigen und Esskastanien.

Der deutsche Temperaturrekord liegt übrigens immer noch bei 40,2 Grad Celsius. Der Wert wurde am 27. Juli 1983 in Gärmersdorf in der Oberpfalz gemessen. Im Sommer 2003 meldeten die Wetterstationen in Karlsruhe und Freiburg auch 40,2 Grad Celsius. Auch wenn wir im Sommer 2013 alle schwitzten und stöhnten, wurde der Rekord noch nicht getoppt.

Hitzerekord in Österreich: Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete am 8. August 2013 über einen neuen Hitzerekord: In Bad Deutsch-Altenburg kletterte das Thermometer sogar auf 40,5 Grad Celsius.

Auch im Death Valley kann es unerträglich heiß werden: Die höchste jemals auf der Erde gemessene Außentemperatur registrierte die World Meteorological Organization (WMO) am 10. Juli 1913 bei Greenland Ranch (Furnace Creek Ranch) im US-Bundesstaat Kalifornien – 134 Grad Fahrenheit, also umgerechnet 56,7 Grad Celsius. Das wäre mir ehrlich gesagt dann doch zu heiß!

6 Tipps für Schwitzer
  1. Wussten Sie, dass die chinesische Medizin zwischen kühlenden Lebensmitteln und wärmenden Lebensmitteln unterscheidet? Scharfe Gewürze wie Chilis sind schweißtreibend, der Feuchtigkeitsfilm auf der Haut kann jedoch wieder kühlen.
  2. Wichtig ist die “richtige” Kleidung: Baumwolle ohne synthetische Zusätze saugt den Schweiß zwar auf, bleibt aber klatschnass auf der Haut liegen. Funktionswäsche aus Polyester nimmt fast keine Schweißfeuchtigkeit auf, sondern leitet sie weiter. Das Material trocknet zwar schnell, hält aber den Schweißgeruch fest.
  3. Für heiße Tage eignet sich Kleidung aus feiner Merinowolle, hier finden Sie meine Interviews zur Funktionswäsche von Icebreaker und Ortovox.
  4. Wenn Sie vor lauter Schwitzen nachts nicht schlafen können, helfen Ihnen vielleicht die Tipps der Münchner Schlafforscherin Dr. Barbara Knab.
  5. Wer im Sommer viel schwitzt, sollte haftende Sonnenschutzmittel verwenden.
  6. Wenn Sie nicht nur beim Sport und in der Sommerhitze sehr viel schwitzen, könnte es sein, dass Sie eine Hyperhidrose haben. Dann sollten Sie Ihren Hausarzt, eine Internistin oder einen Chirurgen um Rat fragen.
Fazit:

Das Wetter treibt immer mehr Kapriolen, sodass wir uns künftig auf heiße Sommer einstellen müssen. Wer viel schwitzt, sollte kühlende Lebensmittel bevorzugen, atmungsaktive Kleidung tragen und ggf. einen Arzt aufsuchen.

Ihre Erfahrungen:

Gehören Sie auch zu den Menschen, die sich ihren Wohnort nach dem Wetter aussuchen? Wo gefällt Ihnen das Klima am besten? In welche Länder würden Sie wegen des angeblich schlechten Wetters niemals reisen?

Foto: Soy-yo / iStock, Karin Hertzer (2)

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