Werbung in der Kunstakademie: Wärme dich, wo das Feuer brennt

Bei der diesjährigen Jahresausstellung der Akademie der Bildenden Künste in München fiel mir eine Ankündigung ins Auge: Die Klasse von Myriam Holme machte im ganzen Gebäude auf ihre Warmup-Aktion aufmerksam – eine heiße Bar mitten im Sommer.

Wärme dich TreppenhausIm Treppenhaus hing ein langes schwarzes Tuch mit der Aufschrift: „Wärme dich, wo das Feuer brennt.“ An mehreren Stellen im Haus bemerkte ich zwei verschiedene Plakate, die auf die Ausstellung mit Musik und Poesie und die „Heiße Bar: ab 18 Uhr im 2. OG“ hinwies.

Was mir besonders gut gefiel: Die Künstlerinnen und Künstler hatten sich genau überlegt, wo sie ihre Plakate am besten aufhängen. Eines entdeckte ich gleich über dem Notfallkästchen für den Feueralarm, ein anderes hing unter dem Hinweisschild für den Feuerlöscher. Das nenne ich Humor!

Als wir am Ende unseres Rundgangs im zweiten Stock ankamen, um die Ausstellung zu suchen, sind wir wohl leider daran vorbeigelaufen. Auch im Internet konnte ich danach leider nicht herausfinden, was es mit der ganzen Sache auf sich hatte.

Schade eigentlich! Denn ich hätte doch allzu gern gewusst, warum die Kunststudenten davon ausgingen, dass sich die Besucher mitten im Sommer auf den Besuch in einer Wärmestube freuen würden. Die aufwändige Werbeaktion hat also ihren eigentlichen Zweck verfehlt, und auch zur Nachbereitung gab es keine Angebote – aber so ist das leider, wenn man sich für eine Kampagne nicht genug Zeit nimmt, um sie bis zu Ende zu denken.

Wärme dich PlakatTunnelblick aufs Wesentliche

Je länger ich mich mit den Themen Warm-up & Cool-down beschäftige, desto mehr entdecke ich dazu. Das ist so ähnlich wie auf dem Flohmarkt: Um bei dem ganzen Gewimmel das eigene Ziel im Auge zu behalten, achten die einen nur auf Schnäppchen, die anderen suchen gezielt nach alten Hutschachteln, Opas Operngläsern oder zweiäuigigen Spiegelreflexkameras – und ich habe meinen ganz persönlichen Tunnelblick, denn mich begeistern Erfindungen zum Frieren ebenso wie hilfreiche Tipps und Neuigkeiten zum Thema Schwitzen.

Mein persönliches Fazit:

Manchmal sehne ich mich zu den Zeiten zurück, als ich noch an der Kunsthochschule in Braunschweig studiert habe. Das ist zwar schon recht lange her. Aber die Freiheit, die wir damals hatten, kreativ an die Dinge heranzugehen, nehme ich auch heute noch bei einzelnen Projekten gern heraus.

Und jetzt sind Sie dran:

Können Sie Kunstwerke oder Werbekampagnen empfehlen, die sich mit Hitze oder Kälte auseinandersetzen? Wenn ja, freue ich mich über Trendscouts aus aller Welt, die mir Fotos, Infos und Tipps zum Warm-up & Cool-down mailen. Ich stelle sie dann hier im Blog gern zur Diskussion.

Foto: Pia Winkenstern malte für die Münchner Akademie-Ausstellung mit dickem Farbauftrag einen Perserteppich, der leider nur warm aussieht. Foto: Karin Hertzer

2 Kommentare

  • Der Künstler Joseph Beuys hat in vielen seiner Arbeiten mit Filz und Fett gearbeitet. Es heißt, dass er nach einem Flugzeugbsturz 1944 von nomadisierenden Krimtataren gefunden wurde, die seine Wunden mit tierischem Fett gesalbt und ihn in Filz warmgehalten haben. Apropos Filz – mein Freund und ich haben uns kürzlich im Allgäu Filzjacken eines Trachtenherstellers gekauft… wärmstens zu empfehlen!

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