Notfallplan: Gänsehaut, Zähneklappern und Zittern

Wenn Sie oft kalte Hände und Füße haben, lässt sich das organisch erklären. Denn unser Körper hat seit Jahrtausenden einen Notfallplan parat, damit wir nicht erfrieren. Hier erfahren Sie alles über die 3 Maßnahmen, mit dem der Körper nacheinander reagiert: Gänsehaut, Zähneklappern und Zittern.

Die lebenswichtigen Organe müssen warm bleiben

Unser Körper braucht eine gleichmäßige Wärme von rund 37 Grad im Innern, damit Herz, Nieren und Gehirn gut funktionieren. Die weiter außen liegenden Schichten dienen zur Isolierung. Und da die Gliedmaßen leider nicht lebensnotwendig sind, genügen für die Hände und Füße 28 Grad.

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Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße in den Armen und Beinen zusammen, damit zumindest die inneren Organe noch gut durchblutet werden können. Im Extremfall würde der Körper also lieber die Finger und Zehen erfrieren lassen. Dafür dass Frauen schneller frieren als Männer, gibt es 6 medizinische Gründe.

1. Maßnahme: Gänsehaut – aber die kühlt leider

Wenn Ihnen kalt ist, reagiert Ihr Körper mit einem Notfallplan. Als Erstes meldet sich ein Reflex, der aus einer Zeit stammt, als unsere Vorfahren noch ein glatt anliegendes Fell hatten.
Bei Kälte ziehen sich die Haaraufsteller-Muskeln unwillkürlich zusammen, die Talgdrüsen an den Haarwurzeln wirken wie ein Hebel, richten die Haare auf und rund herum entstehen lauter kleine Hügel – die Gänsehaut.
Vor Jahrtausenden hätte das aufgestellte Fell ein wärmendes Luftpolster zwischen den Haaren entstehen lassen – ein Effekt, der bei unseren paar Härchen heutzutage aber leider verpufft.
Und es kommt sogar noch schlimmer: Denn die Gänsehaut vergrößert die Oberfläche und setzt sie damit ungeschützt Wind und Wetter aus. Doch leider können wir den Prozess willentlich nicht beeinflussen, deshalb hat unser Körper noch einen Plan B in petto…

2. Maßnahme: Zähneklappern – aber das lässt den Körper kalt

Nach den Haaraufsteller-Muskeln sind die Muskeln der arteriellen Hautgefäße dran: Sie ziehen sich zusammen, damit die Haut nicht mehr so stark durchblutet wird und weniger Wärme nach außen abgeben kann.
Als nächstes werden die Kaumuskeln aktiv, die dicht unter der Haut liegen: Wenn sie rechts und links im Duett zittern, spielen auch die Zähne verrückt und setzen zum Klapperkonzert an. Leider nutzt der ganze Aufwand herzlich wenig, denn den Körper lässt das alles ziemlich kalt.

3. Maßnahme: Zittern hilft!

Weil Gänsehaut und Zähneklappern kaum Wärme produzieren, gibt das Gehirn zu guter Letzt den Startschuss an die Skelettmuskeln und lässt sie um die Wette zittern. Wenn alle 600 mitmachen, kann das den Körper von innen etwas aufwärmen. Viele kleine Muckis erreichen dabei wahrscheinlich mehr als der größte aller Muskeln: Oder hatten Sie schon mal Popo-Schütteln? Wenn ja, sollten Sie sich schleunigst was einfallen lassen…

Fazit:

Unser Organismus lässt sich etwas einfallen, damit wir nicht frieren. Erst bekommen wir eine Gänsehaut – und da das Zähneklappern nicht viel bringt, fangen wir an zu zittern. Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, sollten Sie bei den ersten Anzeichen gegensteuern: von innen durch eine wärmende Ernährungsweise und von außen durch die richtige Kleidung! 50 Warm-up-Tipps finden Sie in meinem Buch „Nie wieder frieren„.

Ihre Erfahrungen:

Wie äußert sich das Frieren bei Ihnen? Beobachten Sie die 3 genannten Phasen auch bei sich? Und was tun Sie zum Warm-up?

Foto: nestonik / Fotolia

2 Kommentare

  • Guten Abend,
    ich habe eben durch Zufall Ihre Seite gefunden.
    Darf ich mit Ihnen Kontakt aufnehmen?
    Ich bin seit vielen Jahren erkrankt. Mein Körper reagiert mega-schnell auf Kältereize. Heißt, nach bereits 2-3 Minuten in (mir!) zu kalter Umgebung, reagiere ich mit massiven Bauchmerzen und einer absolut gestörten Temperaturregulation. Dies hält über Stunden an und reguliert sich dann nur schwer wieder. Kommt eine neue Kälteempfindung dazu, verschlechtert sich mein Zustand weiter. Ich kann nicht arbeiten gehen, weil meine Körpertemperatur auch im Sitzen abfällt, mir kalt wird und (vielleicht) die Fehlsteuerung erneut abläuft.
    Ständige Bewegung geht nicht wegen fehlender Energie.
    Für Ärzte ist das alles kaum nachvollziehbar. Für Mitmenschen noch weniger.
    Ich arbeite seit 5 Jahren nicht mehr.
    Wissen Sie einen Rat für mich? Haben Sie von ähnlichen Fällen schon gehört?
    Ich könnte Ihnen eine Menge dazu berichten und sehe das Frieren „als Krankheit“ keinesfalls mit einem Augenzwinkern …
    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Kathrin

    • Liebe Kathrin,
      vielen Dank für Ihre Offenheit, Ihre Geschichte hier kurz zu schildern. Von massiven Bauchschmerzen als Reaktion auf Kälte habe ich noch nichts gehört. Am besten frage ich dazu mal einen Arzt, den ich so bald wie möglich zum Raynaud-Syndrom interviewen werde. Falls dabei etwas Interessantes auch für Sie herauskommen sollte, schreibe ich hier noch einen weiteren Kommentar. Bei weiteren privaten Nachfragen zu Ihren Symptomen schicke ich Ihnen eine direkte Mail. Falls Sie bei einem Frieren-Anfall auch eiskalte, weiße Finger bekommen sollten, lesen Sie doch bitte mal beim Raynaud-Syndrom nach. Das Wort einfach oben rechts im Blog in die Suchmaske eingeben – oder in der Frieren-Rubrik der Menüleiste unter dem Stichwort Raynaud suchen. Zunächst einmal wünsche ich Ihnen alles Gute. Wir hören voneinander. Herzliche Grüße von Karin Hertzer

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