Funktionsshirts: 5 Tipps zum Tragekomfort

Kälte, Schnee und Eis – wer gern draußen aktiv ist, will weder frieren noch allzu stark schwitzen. Denn beides ist unangenehm und schränkt die Aufmerksamkeit ein, weil Sie den misslichen Zustand Ihres Körpers so schnell wie möglich ändern wollen. Silke Off von den Hohenstein Instituten gibt Tipps, wie Sie die Qualität von Funktionsshirts prüfen können.

Unfallgefahr durch die falsche Kleidung

Wenn Sie beim Sport anfangen zu frieren oder zu schwitzen, greifen Sie intuitiv zur Selbsthilfe, um die missliche Situation so schnell wie möglich zu ändern:

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  • Um nicht mehr frieren zu müssen, bewegen Sie sich mehr, oder Sie ziehen eine weitere Kleidungsschicht an.
  • Damit Sie nicht mehr so stark schwitzen, legen Sie an möglichst vielen Stellen Ihren Puls frei: Sie reißen sich die Mütze vom Kopf, ziehen den Schal aus, krempeln die Ärmel hoch oder zerren an den Socken oder an den Hosen herum.

Die Gefahr dabei ist, dass Sie in solchen Momenten abgelenkt sind und sich nicht mehr auf das Gelände konzentrieren können. Ihre Reaktionsschnelligkeit ist eingeschränkt, und die Unfallgefahr erhöht sich.

5 Anforderungen an den Tragekomfort von Funktionsshirts

„Wenn man anfängt zu frieren oder zu schwitzen, zeigt sich die wahre Qualität eines Textils“, erklärt Silke Off. Sie leitet das Labor Bekleidungsphysiologie der Hohenstein Institute in Bönnigheim und weiß, welche Eigenschaften Funktionsshirts erfüllen sollten.

Hilfreich für die Auswahl der „richtigen“ Materialien ist das Prüfsiegel „Tragekomfort“, das die folgenden 5 Anforderungen berücksichtigt:

  1. Wärmeisolation: Unterwäsche und Langarm-Shirts sollten ein kleines Luftpolster auf der Haut bilden können, um die Körperwärme zu halten. Wichtig ist, dass die Wärmeisolation im trockenen und auch im feuchten Zustand funktioniert.Silke Off Hohenstein Institute frieren schwitzen
  2. Schweißaufnahme: Funktionsshirts sollten gewisse Mengen an Schweiß aufnehmen können. Bei gut konstruierten Kleidungsstücken aus Wolle, Polyester und Polypropylen ist das in der Regel gegeben.
    Schweißtransport: Der Stoff sollte wasserdurchlässig sein, sonst würde der Schweiß wie an einer Plastiktüte von innen abperlen und auf der Haut liegen bleiben.
  3. Atmungsaktivität: Funktionswäsche muss atmungsaktiv sein, da der Körper in Ruheposition – und erst recht bei Aktivitäten – ständig Wasserdampf absondert. Das Material muss also den Wasserdampf von innen nach außen durchlassen.
  4. Hautsensorik: Der Stoff sollte sich auf der Haut angenehm anfühlen. Beim Schwitzen dürfen sich keine Fasern aufstellen, die kratzen könnten, und auch nicht ankleben. Sollte sich das Material zu steif oder zu labberig anfühlen, gäbe das Minuspunkte bei der Prüfung.
Nach 37 Minuten wieder trocken

Nasse Kleidung ist unangenehm auf der Haut, Wintersportler und Outdoor-Fans fangen dann auch leicht an zu frieren. „Wir haben durch Trageversuche festgestellt, dass feuchte Funktionswäsche nach 37 Minuten so trocken sein sollte, dass sie die Wärme wieder isolieren kann“, erklärt Silke Off.

Tragekomfort Label frieren schwitzen

Hautmodell: Bei den Hohenstein Instituten testen die Textilexperten das feuchte Material mit einem Hautmodell, das wie ein „Schwamm aus Metall“ funktioniert: Sie legen das feuchte Material auf eine poröse Metallplatte und testen die Trocknungszeit in einem auf 20 Grad Celsius eingestellten Klimaschrank: „Der Stoff darf dann noch ganz leicht feucht sein, aber keinesfalls nass.“

Tipp: So testen Sie das Material

Sie wollen herausfinden, ob sich das Material des Funktionsshirts gut auf der Haut anfühlt? Dann genügt es nicht, das Kleidungsstück mit den Händen anzufassen. Denn die Innenseite der Finger und des Handtellers ist nicht empfindlich genug, um die synthetischen Fasern „richtig“ beurteilen zu können.

Hauttest: Tragekomfort-Expertin Silke Off empfiehlt: „Legen Sie den Stoff auf die Innenseite Ihres Unterarms oder auf Ihren Handrücken. Lassen Sie ihn dort eine Weile liegen, und beobachten Sie, was passiert. Wenn die Haut schnell feucht wird und der Stoff festklebt, werden Sie in dem Shirt schwitzen.“

Fazit:

Für die Qualität von Funktionsshirts gibt es handfeste Kriterien. Das Material sollte gewährleisten, dass Sie bei sportlichen Aktivitäten weder frieren noch schwitzen.  Hier finden Sie einen Überblick über die Materialien der Funktionsshirts – samt eine Liste der Vor- und Nachteile.

Ihre Erfahrung:

Was ziehen Sie am liebsten zum Sport an? Welches Material eignet sich Ihrer Meinung nach am besten für Funktionsshirts? Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie beim Schwitzen nicht unangenehm riechen?

>>> Diesen Text veröffentliche ich mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Gear 4/2013 auf meinem Blog.

Fotos: Karin Hertzer (Funktionsshirt von Odlo: 100% Polyester), Hohenstein Institute (oh)

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