Sport: Frieren und Schwitzen im flotten Wechsel

Unser Körper braucht eine gewisse Wohlfühltemperatur, um optimal zu funktionieren: Zu kalt ist nicht richtig, zu warm aber auch nicht. Vor allem wenn wir bei niedrigen Außentemperaturen sportlich aktiv sind, kommt oft alles zusammen: Vor dem Start und in den Pausen frösteln wir, durch den Outdoor-Sport geraten wir ins Schwitzen – und wenn’s dumm läuft, fangen wir gleich danach wieder an zu frieren. Hier erfahren Sie, was es mit dem Frieren und Schwitzen im Allgemeinen und speziell beim Sport auf sich hat.

1. Was passiert eigentlich beim Frieren?

Unser Körper hat seit Jahrtausenden einen Notfallplan parat, damit die lebenswichtigen Organe warm bleiben: Wenn wir noch ein Fell hätten, wäre die Gänsehaut hilfreich. Bei unseren paar Härchen heutzutage frieren wir wegen der vergrößerten Körperoberfläche aber meist nur noch mehr.

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Auch das Zähneklappern lässt unseren Körper kalt: Die Kaumuskeln bemühen sich zwar redlich, im Duett zu zittern. Aber das Klapperkonzert in unserem Kopf ist nicht effektiv genug, um uns rundum zu wärmen. Zu guter Letzt sendet unser Gehirn einen Befehl an unsere 600 Skelettmuskeln, damit sie um die Wette zittern und uns tatsächlich von innen etwas aufwärmen.

Bei allzu starker Kälte zieht der Organismus die Wärme aus den Blutgefäßen der Arme und Beine ab, denn im Extremfall könnten wir leider auch mit erfrorenen Fingern und Zehen weiterleben.

Da kalte Füße und Hände unangenehm sind, tun wir hoffentlich etwas dagegen: Wir bewegen wir uns mehr, trinken einen Gewürztee und wärmen uns von außen mit einer heißen Dusche oder einem Wannenbad.

Luftpolster: Socken, Pullis und Mützen wärmen übrigens nicht, sondern lassen durch die abstehenden Fasern „nur“ ein Luftpolster direkt auf der Haut entstehen. Wenn es durch den Wind nicht weggeblasen wird, trägt es dazu bei, dass die restliche Körperwärme nicht so schnell – wie bei nackter Haut – verpufft.

2. Was hilft gegen das Frieren?

Beim Wintersport kommen unsere Muskeln auf Trab, und das ist schon mal das beste Mittel gegen das Frieren. Grundsätzlich können wir uns von außen und von innen wärmen:

Als Faustregel gilt: Im Winter sollten wir nicht das essen, wozu wir im Sommer intuitiv greifen würden. Denn ebenso wie wir bei Eiseskälte eine andere Kleidung tragen als bei Hitze, sollten wir auch bei unseren Ernährungsgewohnheiten „umschalten“.

3. Warum schwitzen wir?

Selbst wenn wir „nur“ herumsitzen oder schlafen, erzeugt unser Körper durch die Stoffwechselvorgänge viel Wärme. Wenn auch noch Hitze, körperliche Anstrengung, Stress und Angst hinzukommen, heizt sich der Organismus so stark auf, dass wir ohne Gegenmaßnahmen irgendwann innerlich verkochen würden.

Funktionsshirt Alex frieren schwitzen_Der Notfallplan beim Schwitzen: Die Blutgefäße in der Haut erweitern sich, um das warme Blut nach außen strömen zu lassen, wo es sich abkühlen soll. Die in der Haut verteilten Schweißdrüsen werden aktiv und sondern eine klare und geruchslose Flüssigkeit ab. Der zarte Film auf der Haut verdunstet und kühlt dabei.

Bildet sich zu viel Schweiß, tropft er ab oder entweicht in die Kleidung – die Verdunstungskälte bleibt dann leider aus. Der typische Schweißgeruch entsteht übrigens erst, wenn die Flüssigkeit mit den Hautbakterien zusammenkommt. Hier erfahren Sie, warum der Schweißgeruch auch angenehm riechen kann.

4. Wie gesund ist das Schwitzen bei Outdoor-Aktivitäten?

Grundsätzlich ist das Schwitzen beim Sport eine gesunde Reaktion unseres Körpers. Wichtig ist aber, dass wir uns davon nicht ablenken lassen und uns trotzdem weiter auf das Gelände konzentrieren können – und nach dem Schwitzen nicht anfangen zu frieren.

Was hilft: Beim Schwitzen geht es – wie auch beim Frieren – in erster Linie um die „richtige“ Kleidung und die „richtige“ Ernährung, es sind nur andere Vorzeichen zu beachten:

  • Die Textilien müssen atmungsaktiv sein, den Schweiß aufnehmen und weiterleiten können.
  • Vor allem das Frühstück sollte aus vorwiegend kühlenden Lebensmitteln bestehen, denn sonst starten wir vielleicht nicht „cool“ genug in den Tag.

>>> Diesen Text veröffentliche ich mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Gear 4/2013 auf meinem Blog.

Fazit:

Unser Körper lässt sich so einiges einfallen, wenn ihm zu kalt oder zu warm ist. Noch besser ist es jedoch, sich gegen das Frieren bzw. Schwitzen mit der richtigen Ernährung und geeigneter Kleidung zu wappnen. Für viele Menschen bedeutet das erst mal ein Umdenken, aber es lohnt sich!

Hier geht es zu den beiden Interviews mit Silke Off von den Hohenstein Instituten zum Tragekomfort von Funktionswäsche und zu den Vor- und Nachteilen der Materialien für Funktionsshirts.

Ihre Erfahrung:

Was hilft Ihnen gegen das Frieren beim Wintersport? Wie kommen Sie mit dem Schwitzen bei sportlichen Aktivitäten zurecht? Welche Tipps würden Sie noch gern ergänzen?

Fotos: Boote im Schnee / Schliersee, Funktionsshirt Alex, Karin Hertzer

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