30 Warm-up-Tipps gegen das Frieren im Büro

Nur 15 Grad im Büro von Facebook! Diese Meldung kam bei einem Interview zu dem neuen Buch von Facebook-COO Sheryl Sandberg ans Licht der Welt, und dann ging sie wie ein Lauffeuer durch die Medien. All die Fragen, die sich den Journalisten stellten, lassen sich von hier aus nicht beantworten. Was sich aber schnell klären lässt: Welche Temperaturen werden bei uns für Büros empfohlen? Und ganz wichtig: Was hilft gegen das Frieren?

Wilde Spekulationen über die Raumtemperatur bei Facebook

Was Sheryl Sandberg in ihrem Buch „Lean In – Women, Work and the Will to Lead“ über die Aufstiegschancen für Karrierefrauen schreibt, interessierte Janice Turner von The Times of London zwar auch. Ins Staunen geriet sie dann aber wohl, als sie erfuhr, warum man auf den Fotos von der neuen Firmenzentrale in Menlo Park/Kalifornien viele Büros sieht, in denen Jacken über den Schreibtischstühlen hängen. Die Antwort der Facebook-Managerin: Die Raumtemperatur ist auf 15 Grad Celsius eingestellt!

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Frierende Frauen benachteilt? Viele Medien sprangen dankbar auf diesen Zug auf und stellten Fragen über Fragen: Warum lässt Facebook-Chef Mark Zuckerberg seine Mitarbeiter frieren? Wenn er’s gern kühl mag, kann er das dann auch seinen Leuten zumuten? Will er im Winter an den Heizkosten sparen? Werden die Büroräume auch im Sommer heruntergekühlt? Erhöht eine so kalte Raumluft tatsächlich die Konzentration? Und: Fühlen sich die Mitarbeiterinnen durch das ständige Frieren benachteiligt?

Heißdiskutiertes Thema: Nun sprechen alle über Facebook, aber nicht über das Buch – was die Pressearbeit des Knopf-Verlags in unvorhergesehene Bahnen gelenkt haben mag,  aber am Ende vielleicht doch zu vielen Extra-Buchverkäufen beiträgt. Der Guardian, BBC Radio, die Financial Times, die kanadische Globe and Mail sowie die österreichischen Medien news.atoe24.at und heute.at berichteten. Auch das IT-Magazin futurezone.at schrieb über die coolen Facebook-Büros. Die deutschen Medien scheint das Thema jedoch kalt gelassen zu haben – wohl auch, weil bei uns alles gesetzlich geregelt ist (siehe unten).

Frieren in der Fabrik: Facebook ist kein Einzelfall, denn auch der Auto-Zulieferer „Neumayer Tekfor“ mit Hauptsitz in Offenburg ließ im Januar 2013 die Temperatur in ihrer Fabrik nahe Turin von 18 auf 16 Grad senken. „Lieber frieren als gefeuert zu werden“ – so sollen die Arbeiter reagiert haben, weil sie Angst davor haben, dass das italienische Werk geschlossen werden könnte. Auch Skoda ließ im März 2013 seine Arbeiter in seinem Werk im böhmischen Kvasiny bei zeitweise unter 18 Grad frieren, um Heizkosten zu sparen.

Mindestens 19 Grad in Büros in Deutschland

Fakt ist: Wir fühlen uns wohl, wenn uns weder zu kalt noch zu warm ist. Für die Festlegung der „richtigen“ Raumtemperatur am Arbeitsplatz ist das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zuständig. Die Arbeitsstättenverordnung wurde im Juni 2010 ergänzt. Seitdem legen die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) die Mindest- und Maximalwerte der Lufttemperatur in Arbeitsräumen fest. In Hinblick auf das Frieren geht es um folgende Werte:

  • Tätigkeiten im Sitzen: mindestens 20 Grad Celsius  bei leichten und 19 Grad bei mittelanstrengenden Tätigkeiten
  • Tätigkeiten im Stehen oder Gehen: mindestens 19 Grad (leicht), 17 Grad (mittel) und 12 Grad (schwer)
Was können Sie gegen das Frieren im Büro tun?

Es gibt etliche medizinische Gründe, warum wir frieren, und warum Frauen schneller als Männer frieren. Die gute Nachricht: Sie können etwas gegen das Frieren tun! Was hilft, erkläre ich in meinen Büchern Care-Paket: Nie wieder frieren und Nie wieder frieren: Die 50 besten Tipps. Auch die Ernährung spielt eine Rolle, darum geht es in meinem Kochbuch „Seelenwärmer„.

In meinem Pressearchiv finden Sie auch den Hinweis auf die Zeitschrift Working@Office, bei dem Interview ging es bereits 2010 um das Frieren im Büro. Im Laufe der Jahre kamen viele neue Erkenntnisse und „Erfindungen“ hinzu. Hier die besten 30 Tipps:

10 Warming-up-Tipps, die Sie im Büro leicht umsetzen können:

  1. Fußgymnastik: vor allem die Zehen in Schuhen bewegen, die nicht zu eng sein sollten
  2. die Füße nebeneinander aufstellen, will heißen: die Beine nicht übereinanderschlagen
  3. die Finger bewegen, Fäuste ballen und wieder loslassen
  4. Schulterkreisen vorwärts und rückwärts
  5. sich dehnen und strecken
  6. die Sitzposition wechseln
  7. zwischendurch immer wieder mal aufstehen: beim Telefonieren, bei Gesprächen mit Kollegen
  8. so oft wie möglich gehen: zur Teeküche, ins Nachbarbüro und ins nächste Stockwerk
  9. die Mittagspause zum Spazierengehen nutzen
  10. Stehkonferenzen einführen

10 Tipps gegen das Frieren, die wenig kosten:

  1. heiße Getränke heizen von innen ein:  Gewürztee, Ingwerwasser oder Brühe trinken
  2. Wollsocken anziehen, dafür ggf. ein bequemes Paar Schuhe ins Büro mitnehmen
  3. Pulswärmer – mit fusseliger Wolle gestrickt, damit die Luftpolster die Körperwärme speichern können
  4. Wristwarmer aus dem Outdoor-Laden
  5. spezielle Handschuhe, bei denen die Finger und der Daumen komplett frei sind zum Tippen
  6. Mousepad aus Filz oder Stoff (siehe Foto: Solch ein Spezial-Teppich wärmt!)
  7. Filzunterlage so unter die Tastatur legen, dass der Puls nicht mehr auf der kalten Tischplatte aufliegt
  8. Im Home-Office: Wärmflasche auf den Schoß legen oder die Füße vorsichtig darauf stellen
  9. Unterwäsche aus Wolle anziehen, die gibt’s mittlerweile auch ohne Oma-Charme in Outdoor-Läden zu kaufen
  10. eine warme Weste oder Strickjacke für alle Fälle im Büro deponieren

10 Tipps für beheizbare Gegenstände:

  1. beheizbare Schuheinlagen
  2. beheizbare Fußstütze
  3. Fußwärmematten bzw. beheizbarer Teppich
  4. fürs Home-Office: beheizter Fußsack
  5. beheizbares Sitzkissen
  6. USB-Tassenwärmer
  7. beheizte PC-Maus
  8. Mousepad-Futon mit USB-Heizung
  9. beheizte Tastatur
  10. beheizbares Unterhemd
Die neueste Warm-up-Idee: Heizende Möbel

Wie wäre es eigentlich, wenn nicht nur Öfen und Heizkörper die Büros erwärmen würden? Denn wenn sich die Wärme unter der Zimmerdecke sammelt, ist es kein Wunder, wenn man unten am Schreibtisch sitzend friert. Abhilfe ist in Sicht, denn es gibt bereits Prototypen für heizende Stühle und Tische: Die eingearbeiteten elektrischen Folien strahlen die Wärme ganz in der Nähe ab, wo sich der Mensch aufhält. Bei den Stromkosten für einen „warmen“ Schreibtisch muss man jedoch mit Stromkosten in Höhe von 5 Euro pro Woche rechnen, das errechnete Henning Rambow von der Fakultät Bauwesen der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig.

Bis Firmen die „dünnste Heizung der Welt in ihren Büros einbauen, wird es wohl noch eine Weile dauern. Die patentierte elektrische Beschichtung entwickelte Sven Braun zusammen mit seinem Vater. Das Material wird mit Niederspannung erhitzt und kann als Flüssigkeit, in Papierform und als Textilie zum Erwärmen von Tischplatten, Fußböden und Wänden eingesetzt werden. Alles nur eine spinnige Idee? Wir werden ja sehen, was die Firma aus Baden-Württemberg auf die Beine stellt. 2012 wurde sie jedenfalls schon mal als „Übermorgenmacher“ geehrt.

Fazit:

Gegen das Frieren im Büro können Sie einiges tun – auch wenn Sie keinen Zugriff auf die Heizung oder die Klimaanlage haben. Bewegung hilft immer, auch die richtige Ernährung mit wärmenden Lebensmitteln heizt Ihnen von innen ein. Der neueste Schrei sind beheizte Stühle und Tische. Hier finden Sie meine Nie-wieder-frieren-Broschüre mit vielen weiteren Tipps.

Ihre Erfahrung:

Wie kalt ist es in an Ihrem Arbeitsplatz? Was tun Sie gegen das Frieren im Büro? Was halten Sie von der Idee, nicht den Raum zu heizen, sondern Tische und Stühle Wärme ausstrahlen zu lassen?

Foto: Karin Hertzer

2 Kommentare

  • Facebook residiert in Kalifornien – da ist es öfter warm als kalt und deshalb auch kein Wunder, dass eher eine kühle Arbeitstemperatur herrscht und eingestellt wird. Und ganz sicher: Auch wenn das jetzt so kolportiert wird, die Klimaanlage wird sicher auch wärmer gestellt, wenn’s mal grauer aussieht vor den Fenstern. Schadenshaftpflichtklagende Mitarbeiter kann ja beim Geldscheffeln keiner brauchen.
    Wer schließlich Amerikaner im Winter oft ohne Socken und mit luftigsten T-Shirts gesehen hat, weiß, dass dieses Volk offensichtlich eine höhere Grundtemperatur oder innere Hitze hat als Mitteleuropäer.

    • Liebe Susanne,
      ich habe zwei Jahre in den Südstaaten gelebt und war danach öfters zu Besuch dort – und auch in Kalifornien. Und nicht nur ich habe in der Schule, wo ich unterrichtet habe, in Malls, im Kino und in der Subway gefroren. Auch meine amerikanischen Freunde beklagten sich immer wieder über die künstliche Kälte.
      In den Dekalb Farmers Market von Atlanta habe ich immer Berge von Jacken mitgenommen, weil meine (deutschen) Freunde nicht glauben wollten, dass sie dort sonst frieren werden. In der Pause bei „Gone with the Wind“ bin ich aus dem Kino raus in die Sonne gelaufen, weil mir so bitterlich kalt war und ich die zweite Hälfte sonst nicht durchgehalten hätte. Ganz gemein: Die kühle Luft strömte oben aus den Rückenlehnen.
      Was besonders arg im sonnigen Süden der USA ist: der Wechsel von der (feuchten) Hitze draußen nach drinnen in die Kälte. Im ersten Moment fühlt es sich angenehm an, aber nach einer Weile kriecht die Kälte in die Glieder.
      15 Grad mag ich mir – weder im Sommer noch im Winter – in einem Büro nicht vorstellen. Das legt einem ja die Gehirnzellen lahm, weil man nur damit beschäftigt ist, sich warm zu halten!

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