„Nach 2 Eiskugeln fange ich an zu frieren“

Christine Hutterer friert besonders viel und hat das Raynaud-Syndrom, deshalb verreist sie auch lieber in warme als in kalte Regionen. Ihr Buch über ihren Familienurlaub mit Esel auf Korsika kann ich wärmstens empfehlen. Hier antwortet die Wissenschaftsjournalistin auf meine Fragen zum Frieren, am Ende geht’s auch kurz ums Schwitzen.

9 Fragen zum Frieren an Christine Hutterer (36) aus München

1. Wie erklärst du dir, dass du oft frierst?

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Wahrscheinlich, weil ich eine Frau bin. Und dazu noch recht schlank. Und auch relativ sportlich – das scheint sich zu widersprechen, aber ich erkläre es mir so: Ich habe durch den vielen Sport einen sehr niedrigen Ruhepuls. Dadurch spart sich mein Körper im Alltag viel Energie, und wenn ich Sport treibe, bin ich recht leistungsfähig. Doch der unangenehme Nebeneffekt ist, dass ich eben schnell friere, wenn ich mich nicht (intensiv) bewege.

Vom Raynaud-Syndrom bin ich auch betroffen, ich habe den primären Typ. Woher das kommt, weiß ich nicht. Allerdings hat meine Mutter das auch. Wenn ich als Kind wieder mal besonders stark fror, sagte sie nur: „Das ist nicht so schlimm. Irgendwann tauen deine Finger schon wieder auf.“

2. In welchen Situationen frierst du besonders stark?

Grundsätzlich friere ich leicht, wenn ich mich nicht bewege – dann ist es egal, ob ich auf einem Christkindlmarkt herum stehe oder stundenlang am Schreibtisch im Büro sitze. Besonders friere ich aber auch, wenn ich zu wenig gegessen habe. Dann ist scheinbar im wahrsten Sinne des Wortes kein Brennstoff mehr für die Zellen vorhanden.

Die weißen Finger treten nur in der kalten Jahreszeit auf, aber es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Kälte und dem Absterben der Finger. Es passiert also nicht nur (oder häufiger), wenn es extrem kalt ist, sondern auch bei gemäßigten Temperaturen.

christine-hutterer-frieren-schwitzen_3. Was hilft dir am besten gegen kalte Füße (im Bett)?

Sehr angenehm sind natürlich warme Füße des Bettnachbarn, an denen ich meine Füße wärmen kann (darf!!). Ansonsten stecke ich mir die Füße selbst abwechselnd in die Kniekehle des anderen Beines oder lege eine Wärmflasche an die Waden. Ich habe das Gefühl, dass sie mir dort besser hilft als direkt an den Füßen.

4. Welche heißen Tipps hast du bei kalten Händen?

Am besten hilft warmes Wasser. Wenn man das gerade nicht zur Hand hat, dann geht es nur über Bewegung – am besten der ganze Körper. Oder kräftig und ausdauernd eine Faust auf und zu machen.

5. Welche Kleidungsstücke ziehst du im Winter am liebsten an?

Ich mag alle Kleidungsstücke, die kuschelig warm sind bzw. schön warm halten. Wenn ich nach draußen gehe, setze ich auf lange Shirts oder Unterwäsche aus Merinowolle, auf Mützen, Schals und natürlich Handschuhe. Inzwischen freue ich mich beim Skifahren, dass ich einen Helm trage – nicht, weil er meinen Kopf gut schützt, sondern weil mein Kopf und die Ohren immer schön warm sind!

6. Ernährst du dich im Winter anders als im Sommer? Wenn ja: Welche Wirkung hat das auf deine körperliche Wohlfühltemperatur?

Ich ernähre mich im Winter nicht bewusst anders als im Sommer. Bedingt durch die Verfügbarkeit esse ich im Winter mehr Lebkuchen und Orangen und im Sommer mehr Eis und Erdbeeren. Allerdings musste ich beim Eisessen auch feststellen, dass ich nicht mehr als maximal 2 Kugeln vertrage, weil ich sonst … friere – egal, wie heiß es draußen ist. Unglaublich, aber wahr.


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Heißer Tipp:

Christine Hutterer: „Ist das jetzt der Urlaub? – Unsere abenteuerliche Wanderung mit zwei kleinen Kindern und einem Esel auf Korsika“, terra magica, 208 Seiten

Zum Buch gibt’s auch einen Blog.

 


7. Welche körperliche Aktivität oder Sportart hilft dir am besten gegen das Frieren?

Grundsätzlich hilft jede Aktivität, aber ich brauche Sportarten, bei denen ich mich wirklich bewege. Spazierengehen reicht nicht immer aus. Also besser ist Joggen, Bergsteigen, Radfahren, Tanzen, Skitouren usw. Schwimmen ist gut, aber meist kostet es mich viel Überwindung, in das – in meinen Augen fast immer – viel zu kalte Wasser zu gehen.

8. Wenn du dir etwas wünschen dürftest: Was müsste gegen das Frieren noch erfunden werden?

Ein Produkt, das wirklich schnell und immer funktioniert…

9. Zum Schluss noch etwas ganz anderes: Wie gut kommst du eigentlich mit dem Schwitzen zurecht?

Mit dem Schwitzen komme ich gut zurecht – ich schwitze auch nicht sehr viel. Grundsätzlich mag ich es einfach lieber warm. Deshalb nehme ich es auch in Kauf, dass ich dann eben mal schwitze.

Vielen Dank für deine Antworten!


Ihre Erfahrung:

Wenn Sie Zeit und Lust haben, können Sie meinen Fragebogen zum Nie-wieder-frieren gern ausfüllen oder mir eine Mail schicken. Denn je mehr ich über Ihre Erfahrungen und Wünsche erfahre, desto besser kann ich mich mit künftigen Texten und Interviews darauf einstellen.

Heißer Tipp: Hier geht’s zur deutschsprachigen Raynaud-Gruppe bei Facebook.

>>> Hier finden Sie weitere Interviews zum Raynaud-Syndrom:


Heißer Tipp: Hier können Sie beheizbare Handschuhe bestellen

30seven_beheizbare_handschuhe_41.8_frieren_schwitzen_kChristine und die anderen genannten Frauen mit Raynaud-Syndrom nahmen an den Tests zu beheizbaren Handschuhen teil, die ich für meinen Blog organisiert habe – denn sie waren neugierig, ob ihre Hände dann warm genug werden, um seltener Weißfinger-Attacken zu bekommen.

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Fotos: Christine Hutterer (1, 2), Karin Hertzer (3)

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