Vor- und Nachteile bei beheizbaren Handschuhen

Um warme Hände zu behalten oder zu bekommen, eignen sich beheizbare Handschuhe optimal. Die Auswahl ist mittlerweile recht groß. Daher haben 6 Raynaud-Patientinnen – die besonders stark frieren und schnell kalte, weiße Finger bekommen – 10 warme Handschuhe getestet. Bei der Auswertung der Testergebnisse haben wir uns auch ausführlich mit der Frage beschäftigt: Für welchen Zweck eignen sich die Handschuhe? Hier fasse ich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Typen zusammen. (Text aktualisiert am 13.10.2015)

Warme Hände – Warme Füße – Warmes Herz

Sicherlich kennen Sie das: Kaum fangen Sie an zu frieren, werden als erstes die Hände und Füße kalt. Bei manchen Menschen ist es auch die Nasenspitze. Für warme Hände und Füße gibt es mittlerweile verschiedene Tipps und Tricks, während mir für die – dann meist auch noch tropfende – Nase nur einfällt, mehrmals in die Hände zu hauchen. Das hat dann gleich einen doppelten Effekt, denn so tauen auch die kalten Finger langsam wieder auf.

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Am besten ist es, die Hände gar nicht erst kalt werden zu lassen. Dabei helfen Pulswärmer und Notepads aus Filz für die Büroarbeit, Fingergymnastik, Armkreisen und warmes Wasser beim Händewaschen und beim Geschirrspülen.

Wer lange in der Kälte draußen ist, trägt am besten Handschuhe – doch welches Modell ist am wärmsten? Wolle, Synthetikmaterial und Leder können die eigene Körperwärme nur zwischen Haut und Textil halten. Wenn die Hände aber erst mal kalt sind, hilft das nicht viel. Glücklich kann sich schätzen, wer die Handwärmer nicht vergessen hat, die mit einem Gel und einem Klickplättchen oder mit Aktivkohle gefüllt sind. So lassen sich die kalten Finger in der Jacken- oder Manteltasche warm halten.

Das technische Prinzip von Omas Heizdecke

… haben findige Tüftler auch auf Handschuhe übertragen. Die kleinen rechteckigen Akkus verstaut man in einem eingenähten Fach im Handschuhschaft. Von dort aus laufen Heizdrähte zu den Fingern und zum Daumen.

An den Wärmebildern der Handschuhe können Sie erkennen, an welchen Stellen am meisten Hitze nach außen abstrahlt – was in der Regel auch mit der Wärme innen übereinstimmt, wenn das Textil an diesen Stellen nicht übermäßig verstärkt wurde:

  • Besonders heiß sind weiße und rote Flächen.
  • Kälte wird schwarz, violett und blau angezeigt.

Der obige Slogan Warme Hände – Warme Füße – Warmes Herz geht übrigens auf den Titel meiner selbst produzierten Broschüre zum Nie-wieder-frieren zurück. Hier berichte ich, warum zwei amerikanische Wissenschaftler empfehlen, Menschen erst mal etwas Warmes in die Hand zu drücken, wenn man ihnen bei Kälte etwas verkaufen möchte. So viel sei schon mal verraten: An beheizbare Handschuhe hatten sie dabei nicht gedacht, denn die wären mit 120 bis 300 Euro wohl zu teuer…


Nie-wieder-frieren: Verschiedene Handschuh-Typen

Sollen es Fingerhandschuhe oder Fäustlinge sein? Aus dünnem Strickstoff, wasserdichten Synthetikmaterial oder verstärkt mit Leder? Sie werden wohl kaum ein Modell finden, das all Ihre Wünsche hundertprozentig erfüllt.

Daher müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die warmen Handschuhe für den Alltag oder für den Wintersport nutzen wollen. Einige eignen sich auch für Motorradfahrer, zum Eisangeln und für das stundenlange Sitzen auf dem Hochstand bei der Jagd. Hier der Überblick über die Vor- und Nachteile…

Dünne Fingerhandschuhe aus dünnem Strickgewebe beheizbare_handschuhe_heizdraehte_waermebild_frieren_schwitzen_k
  • Vorteile: weich und flexibel einsetzbar, weil man sie einzeln tragen kann oder – wenn’s kälter wird – mit dicken Fingerhandschuhen oder Fäustlingen drüber. Eignen sich solo gut für frierende Frauen und Raynaud-Patientinnen im Alltag, weil die Finger beweglich bleiben und man gut zufassen kann. Der Stoff ist meist waschbar. Auch Motorradfahrer mögen die dünnen Modelle, weil sie den verräterischen Leuchtknopf auf dem Handrücken unter ihren eigenen „coolen“ Handschuhen verstecken können.
  • Nachteile: Das dünne Gewebe ist recht empfindlich, es ziehen sich schnell Fäden. Kein Schutz gegen Wind, daher nicht so sinnvoll fürs Radfahren. Kein wasserabweisendes Material, daher solo nicht gut für Wintersportarten wie Skifahren, Snowboarden und Schlittschuhfahren geeignet.
Fingerhandschuhe aus dickem Fleece
  • Vorteile: weiches Material, einzeln zu tragen und dick genug, um etwas Wind abzuhalten. Daher für den Alltag und fürs Radfahren in der Stadt geeignet. Einige Modelle lassen sich waschen.
  • Nachteile: Fleece ist nicht wasserabweisend und zu dick, um noch wasserdichte Handschuhe darüber ziehen zu können. Kleinere Gegenstände lassen sich nicht gut greifen. Wer beim Autofahren schnell kalte Hände bekommt, sollte testen, ob das Fleece nicht zu sehr am Lenkrad rutscht.

Diese Handschuh-Typen haben wir ausgiebig getestet
  • 4 beheizbare dünne Fingerhandschuhe von 30seven, Alpenheat, Heizteufel und Thermo Soles
  • 4 beheizbare, dicke Fingerhandschuhe von McHeat, Snowlife, Therm-ic und Zanier
  • 2 beheizbare, dicke Fausthandschuhe von Heizteufel und Therm-ic

Hier erfahren Sie mehr zu den 6 Testerinnen, die das Raynaud-Syndrom haben:

  1. Angela Hoffmann hat oft zu kalte Hände zum Stricken
  2. Carmen Winkler friert viel, war aber trotzdem schon mal in der Antarktis 
  3. Christine Hutterer liebt Eiscreme, fängt nach dem Essen aber an zu frieren
  4. Stephanie Stadtaus friert nach dem Sport, wenn das Schwitzen nachgelassen hat.
  5. Yvonne Meier friert viel, weil sie draußen arbeitet. Raynaud-Anfälle bekommt sie aber auch schon beim Greifen in den Kühlschrank.
  6. Simone plagt sich mit eiskalten Händen und einer Sklerodermie herum.

>>> Da mir die Transparenz bei Produkttests sehr wichtig ist, erfahren Sie hier, wie wir vorgegangen sind und zu welchen Konditionen uns die Firmen ihre beheizbaren Handschuhe zur Verfügung gestellt haben.

>>> Die komplette Serie zu unseren Handschuhtests finden Sie in der Frieren-Kategorie „kalte Hände“.


Dicke Fingerhandschuhe oder Fäustlinge …   

beheizbarer_handschuh_violett_waermebild_frieren_schwitzen_k… bestehen außen aus wasserabweisendem und manchmal auch winddichtem Synthetikmaterial und sind oft mit weichem Leder verstärkt.
… sind innen mit einem wärmenden Synthetikmaterial gefüttert.

Marken-Produkte: Wie gut die dicken beheizbaren Handschuhe wärmen, hängt nicht nur von der Heizleistung und der Lage der Heizdrähte ab, sondern auch vom gewählten Außen- und Innenmaterial und von der Verarbeitung. Bei Marken-Produkten gehen Sie auf Nummer Sicher:

  • Sympatex®: wasserdichtes und atmungsaktives Außenmaterial
  • Drystar®: wasserdichte und atmungsaktive Membran
  • Thinsulate®: winddichte Membran
  • Primaloft®: wärmendes Innenfutter
Dicke Fingerhandschuhe
  • Vorteile: Wer sich stundenlang in der Kälte aufhält, freut sich über beheizbare Handschuhe, die weder Regen und Schnee noch Wind durchlassen. Je hochwertiger die Handschuhe verarbeitet sind, umso besser fürs Radeln, Motorradfahren, Angeln und für die Jagd. Skifahren, Snowboarden und Schlittschuhfahren machen mit warmen Fingerhandschuhen gleich doppelt so viel Spaß.
  • Nachteile: Durch das mehrlagige Material sehen die Fingerhandschuhe oft recht klobig aus, die Finger und der Daumen lassen sich nur wenig bewegen. Wer viel friert und das Raynaud-Syndrom hat, kann dicke Fingerhandschuhe nur bedingt im Alltag nutzen. Meist nicht waschbar.
Dicke Fäustlinge…    

… haben meist einen offenen Innenraum für die Finger, manchmal sind dünne Innenhandschuhe eingenäht.beheizbarer_fausthandschuh_waermebild_frieren_schwitzen_k

  • Vorteile: Fausthandschuhe kühlen nicht so schnell aus wie Fingerhandschuhe. Die eingenähten Innenhandschuhe wärmen noch mehr im Vergleich zu den Modellen, bei denen die Heizdrähte „nur“ im Fausthandschuh eingearbeitet sind. Wer viel friert, kann sie gut fürs Radfahren, Snowboarden und Schlittschuhfahren nutzen.
  • Nachteile: Mit Fäustlingen hat man kein Fingerspitzengefühl, was sie für den Alltag nur bedingt tauglich macht. Fausthandschuhe, die mit Leder verstärkt sind, sind in der Regel nicht waschbar.
Fazit:

Die beheizbaren Handschuhe, die für alle Gelegenheiten taugen, gibt es nicht. Daher sollten Sie sich überlegen, für welchen Zweck Sie ein Paar suchen. Flexibel sind Sie mit dünnen Innenhandschuhen, weil Sie dicke „normale“ Handschuhe darüber ziehen können.


Tipps zum Online-Einkauf

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Fotos: Karin Hertzer

Ihre Erfahrung:

Wie kommen Sie mit Ihren beheizbaren Handschuhen zurecht? Bevorzugen Sie dünne oder dicke Materialien? Fingerhandschuhe oder Fäustlinge? Unten können Sie Ihre Tipps und Fragen eintragen. Ich antworte Ihnen gern.

12 Kommentare

  • „Systemische Sklerose“ Arzt-Patienten-Gespräch zum „Tag der seltenen Erkrankungen“

    In Kooperation der Charité Rheumatologische Tagesklinik und der Deutsche Rheuma-Liga Berlin e.V. findet eine Veranstaltung für Sklerodermie-, Raynaud- und Rheumapatienten am 7. März 2016 von 15.30 – 17.00 Uhr in Berlin statt. Leider ermöglicht dieser Blog nur Textkommentare, dennoch, die kostenfreie Anmeldung können Sie hier herunterladen: http://www.heizteufel.de/images/Sklerodermieveranstaltung.jpg

  • Helmut Scherzer

    Ich gehöre zu den statistischen 10% Männern mit Raynaud und bevorzuge Unterziehhandschuhe, da ich damit flexibler in verschiedenen Outdoor-Situationen agieren kann (unterschiedliche Überhandschuhe für Bergsteigen vs. Fahrradtour).
    Bei extremen Bedingungen z.B. Fahrradtour über die französischen Alpenpässe im späten September (auf den Pässen oft -5°C) empfehle ich dringend die beidseitig beheizten Varianten. Der Unterschied ist definitiv spürbar.
    Als Ingenieur … hier noch ein technischer Tipp: Die meisten der Handschuhe werden mit (LiPo) Lithium-Polymer Akkus ausgeliefert. Vorteil – sehr leicht und viel Energie.
    Allerdings bestätigte mir der Anbieter (Heizteufel) meine Erfahrung, dass diese Akkus nach 2 Jahren spezifikationsgemäß stark nachlassen und man spätestens nach 3 Jahren neue Akkus braucht – auch, wenn man die Akkus in dieser Zeit nicht einmal benutzt hat.
    Bei ca. 85 Euro / Akku wird da so manche(r) Benutzer(in) etwas nervös reagieren. Insbesondere, wenn man solche Teile nicht sehr oft, sondern nur für Urlaubs-/Abenteuer Situation benötigt. Und natürlich merkt man den Leistungsverlust erst, wenn man die Teile gerade dringen braucht und der Handschuh schon nach 1 Min. abschaltet.
    Abhilfe schaffen können Li-Fe (Lithium Eisen) Akkus mit etwas schlechterem Wirkungsgrad (= etwas schwerer für gleiche Leistung), die man auch erheblich billiger bekommt, wenn man sie nicht direkt beim Hersteller kauft, aber dieselben halten problemlos viele Jahre. Kann man auf Wiki alles prima bestätigt bekommen.
    Die schlechte Nachricht … keiner der Handschuh-Anbieter hat bisher LiFe Akkus im Programm. Und nur wenige Benutzer dürften genug Wissen für den Eigenbau haben (Balancer Ladegerät / 65% Ladung bei langer Lagerung etc.).
    Modellbaushops haben oft solche Akkupacks und die richtigen Ladegeräte im Programm, aber wer unerfahren ist (Spannung ? Ah ? usw.) sollte da nicht arglos draufloskaufen oder -löten. Falls das Forum interessiert ist, kann ich nähere Informationen beisteuern.
    Tipp: 4 Wochen vor dem Urlaub die Handschuhe aufladen und testen, ob die Akkus noch die Leistung bringen (z.B. 2 Std. Wärme). Dann hat man wenigstens noch Zeit, ggfs. neue Akkus zu besorgen, und hat dann nicht den Spontanfrust, wenn’s kalt ist.

    • Hallo Herr Scherzer,
      vielen Dank für Ihre Erklärungen zu den Akkus. Das wäre ja wirklich ärgerlich, wenn die Akkus nur 2 oder 3 Jahre halten. Ihr Angebot für Tüftler, etwas mehr über die Lithium-Eisen-Akkus zu schreiben, nehme ich gern an. Ich melde mich per Mail bei Ihnen.
      Sonnige Grüße von Karin Hertzer

    • Heizteufel

      Sehr geehrter Ingenieur Helmut Scherzer,

      warum liefert Heizteufel als Akkuhersteller LiPo-Akkus (Lithium-Polymer) und keine LiFePo-Akkus (Lithium-Eisen-Phosphat) zu seiner Heizbekleidung und seinen Heizhandschuhen ?

      1. Gewicht: Ein Medi-LiPo-Akku wiegt 85gr und würde mit derselben Leistung als LiFePo-Akku 150gr wiegen. Für kleine Hände und viele Anwender wäre die erhöhte Gewichtsbelastung nicht akzeptabel. Besonders schwer wäre ein Pro-LiFePo-Akku mit 295gr. ggü. unserem Pro-LiPo-Akku mit 160gr. je Stück – fast 300 Gramm für einen Akku pro Handschuh wäre auch für sportlich ambitionierte Radfahrer wie Sie eine interessante Herausforderung.
      2. Volumen: Bleiben wir bei dem Pro-Akku, den Sie von uns ja als LiPo bezogen haben und daher gut kennen. Die reinen Abmaße des Pro, ohne Steuerung und Verpackung sind 80mm x 50mm x 18mm. Ein vergleichbarer LiFePo hätte folgende Abmaße: 110mm x 65mm x 26mm. Das Volumenverhältnis wäre 72ccm : 185,9ccm, der LiFePo wäre 2 1/2-mal so groß wie unser LiPo !
      3. Kältebedingte Kapazitätsverluste: Bei der üblichen Nutzung von Akkus, die für die Beheizung von Heizprodukten bei Kältetemperaturen eingesetzt werden, beträgt die verfügbare Kapazität bei LiFePo-Akkus noch 40% bei 0°C und gar nur <25% bei -10°C, während Heizteufels Medi- wie Pro-Akkus noch über eine Kapazität von 80% bei 0°C und 65% bei -10°C Einsatztemperaturen liefern. Während Ihre Hände anfangen zu frieren, können wir mit unseren LiPo-Akkus nochmal für die gleiche Heizdauer Feuer geben.

      Es lassen sich noch weitere Gründe benennen, die den Einsatz von LiFePos für Heizbekleidung nicht rechtfertigen. Jedoch möchte ich stattdessen auf ein paar Informationen hinweisen, die auch als Wikipedia-Lexikonwissen veröffentlicht sein könnten.

      1. RTFM: Ich schreibe seit über 20 Jahren Installations- und Bedienungsanleitungen zu meinen Produkten und meine es ehrlich und rechtschaffen gut zu jedem meiner Kunden. Trauen Sie sich nur und lesen meine Anleitungen auch bis zum letzten Punkt. Und wenn Sie über die "Pflege und Wartung von LiPo-Akkupacks" lesen, dann werden Sie auch wirklich lange Freude haben an Ihrer Akku-Investition. Wir überprüfen in den Sommermonaten Akkupacks für kleines Geld, und stellen immer wieder erfreulicherweise anhand von digitalen Lade- und Entladungskurven zur Kapazitätsbestimmung fest, dass selbst nach 2 Jahren Betrieb die Akkupacks noch über der Nominalkapazität liegen. Das ist perfekt und entspricht vollkommen unseren hohen Qualitätsvorstellungen.
      2. Lebensdauer: In der Praxis werden Heizteufel Akkupacks 500 Lade- und Entladezyklen unterzogen, das entspricht in etwa 2 oder 3 Saisons bzw. Jahre der Benutzung. Die Restkapazität liegt unter Berücksichtigung einer Pflege und Wartung in den nicht-benutzten Zeiten bei ca. 75 Prozent. Werden Akkupacks hingegen nicht gepflegt, so wie unser Kommentator oben angemerkt, "so sterben Akkus einen frühen Tod" durch Nichtbenutzung. Und hier gibt es keinen Unterschied zwischen LiPo- und LiFePo-Akkus, egal ob 500 oder 1.000 Zyklen versprochen werden! Meine langjährigen Erfahrungen decken sich mit dem Wickipedia-Hinweis: "Bei tiefem Spannungsniveau setzen irreversible Prozesse in den Zellen ein. Auch eine Lagerung in entladenem Zustand ist daher schädlich."

      Ich möchte Ihre Seite, Frau Hertzer, nicht zu einer Diskussionsecke über Akkupacks bzw. umgangssprachlich auch Batterien genannt machen, jedoch erfahre ich sehr häufig, wie wenig Wissen über die eigentliche Leistungsquelle, dem Akku, für die Beheizung von Heizbekleidung und Heizhandschuhen bei Anwendern vorhanden ist. Wir kennen alle die Performances und Wartungszyklen von unserem Auto, von der Öl- und Gas-Zentralheizung, und und und. Aber so ein kleines Akkupack macht dann doch die Ausnahme.

      Ich hoffe, Ihren Lesern etwas an nutzbarer Information und Sensibilisierung zu dem wichtigen Akku-Thema vermittelt zu haben.

      Ihr Heizteufel, Andreas Mischok

      • Hallo Herr Mischok,
        das scheint mir eine spannende Diskussion zu sein, bei der Sie beide wahrscheinlich fachlich am fittesten sind. Am besten warten wir jetzt ab, was Herr Scherzer antwortet.
        Mit sonnigen Grüßen von Karin Hertzer

      • Helmut Scherzer

        Hallo Herr Mischok,

        vielen Dank für die prima Betrachtung und nachvollziehbare Argumentation. Ihre Ausführungen sind korrekt, und ich schätze Ihre innovativen Produkte sehr. Ich verstehe auch Ihre Gründe für LiPo sehr gut – und da Sie Balancer und Abschaltautomatik direkt in Ihre Akkus einbauen, vereinfacht dies eine zuverlässige Ladung für den Benutzer ganz hervorragend.

        Vielleicht liegt die Antwort auf die „Akkufrage“ aber gar nicht nur im technischen Bereich sondern im Anwendungsszenario.

        – Ein(e) Motorradfahrer(in) schließt die Handschuhe an die Motorradbatterie an und benötigt diese ganze Diskussion nicht.
        – Wer täglich, auch bei kalten Temperaturen, mit dem Fahrrad z.B. zur Arbeit fährt, der hat eine extrem hohe Wertschöpfung, selbst bei einem Akku, der ggfs. nach 3 Jahren erneuert werden muss. Da gibt’s keine Lagerfragen (voll/leer/65%). Für diesen Nutzungsgrad sind auch LiPo Akkus ausgesprochen ihren-preis-wert und sämtliche von Ihnen angesprochenen Vorteile kommen zur Geltung.
        – Wer max. 1 bis 3 mal im Jahr was Grosses macht z.B. Besteigung des MontBlanc (Wecken um 0:30h – Außentemperatur -15°C), oder sämtliche französischen Alpenpässe mit dem Fahrrad in 3 Tagen im Spätseptember, der nutzt seine Akkus sehr selten. Das ist meine Situation. Da sollte man sich mit Lagerung befassen. Gleichzeitig wünscht man sich für solche Extremsituationen keine unangenehmen Überraschungen.

        Die Antwort auf die Frage „Wie stabil muss eine Parkhausschranke sein?“ lautet „So stabil, wie Kinder nebeneinander darauf sitzen können“. Natürlich kann man die Lebenszeit eines Akkupacks durch optimale Behandlung maximal verlängern. Und ebenso durch arglose Benutzung beliebig verkürzen.
        Und ganz bestimmt sollte man Hinweise und Ihre klasse gemachte Dokumentation lesen. Da bin ich 100% bei Ihnen. Und optimal wäre es, wenn es gelingt, dass der Benutzer ohne größere Kenntnis intuitiv das Richtige tut.
        Ihre Ladetechnik (s.o.) ist ganz tolles Beispiel für die richtige Unterstützung der Benutzer. Da kann man nichts falsch machen – es sei denn, die Akkus vor langer Lagerung auf 100% aufladen, anstatt auf die optimalen 65%. Ladegeräte, die aber einen „Store“-Mode unterstützen sind halt wieder teurer.

        Ich hatte also in der dritten Saison frustriert festgestellt, dass mein LiPo Pack keine Kapazität mehr hat und erst aus diesem Schaden wurde ich „klug“, indem ich mich dann mit den Details befasste. In Berlin (bei Ihnen im Geschäft) habe ich dann gelernt, was Sie oben auch bestätigen – 3 Jahre kann das ‚korrekte‘ Ende eines LiPo Packs bedeuten – das ist Physik/Chemie … nicht ein schlechtes Produkt und nach gewisser Zeit auch keine schlechte Behandlung. Für mein persönliches Benutzerszenario war das unbefriedigend, aber s.o. – es kommt eben darauf an, welche Wertschöpfung man in der Zeit hat.

        Hier meine unkonventionelle Lösung, die ich nicht als allgemeingültig empfehle – sie hat sich nur in meinem Szenario (seltene Benutzung – lange Lagerung) als sehr leistungsfähig erwiesen.

        – Selbstbau eines Akkupacks aus LiFe Zellen (3 x 3000mAh), keine internen Balancer, sondern herausgeführte Anschlüsse
        – Da das Akkupack dadurch schwerer wurde (von Ihnen präzise beschrieben) … Lagerung in Rückentasche, dadurch beim Gehen/Fahrradfahren kein Problem mit dem Gewicht und unter dem Anorak ist es auch warm (Temperatur approx. 20°C, kein Leistungsabfall mehr).
        – Versorgung der Handschuhe von Rückentasche durch die Ärmel an die Handschuhe (kein Gewicht am Arm)
        – Schalter separat direkt beim Handschuh (auch ein prima Produkt von Ihnen)
        – Kauf eines hochwertigen Ladegeräts mit „Store“-Funktion

        Die Lösung ist sehr speziell – für meinen speziellen Fall, und ich rate unbedarften Lesern dringend davon ab, mit solchen Hochenergieakkus (man kann damit Schweißen!) zu experimentieren. Wäre indes interessant, wenn der Handel für diese Spezialsituation (sofern es einen Markt gibt), etwas zu bieten hätte. Man muss absolut kein Ingenieur sein, um selbst Hand anzulegen, aber man sollte unbedingt wissen, was man tut.

        Daher meine klare Empfehlung, zu einem Spezialisten – wie Sie es sind – zu gehen.

        In den Fakten (z.B. Lebensdauer ca. 3 Jahre) sind wir uns nach wie vor einig … wollte in meinem ersten Kommentar hier auch nur zum Vor-/Denken anregen, damit nicht – wie es mir passierte – in einer wichtigen Situation nach 3 Jahren und einer Minute Betrieb der Akku – völlig spezifikationsgemäß – leer ist.

        Nochmals vielen Dank für die gute Reflektion, und ich hoffe, die Leser(-innen) dieser Diskussion können unseren Darstellungen etwas Positives abgewinnen.

        mfg. Helmut Scherzer

  • Edi Thomas

    Hallo Frau Hertzer, Ihre Tests für Raynaud-Leidende habe ich mit großen Interesse gelesen – vielen Dank dafür. Ich bin mir nun nicht sicher, was für mich geeignet wäre. Ich habe schwere Symptome. Ich bin sportlich viel draußen unterwegs – auch im Winter z.B. mit Skitourengehen. Durch das Bergaufgehen komme ich verschwitzt an, und bei längerem Aufenthalt (Brotzeit usw.) fange ich trotz Umziehen immer an zu frieren. Die Finger und Zehen werden dann sofort weiß. Armdrehen, Hüpfen auf der Stelle – das alles nützt nix. Ich hatte mir die Heizteufel-Handschuhe gekauft, der Akku war sehr schnell leer, die Heizkraft hat bei weitem nicht ausgereicht. Eventuell gibt’s auch für schwere Fälle keine Hilfe diesbezüglich. Sobald ich Kälte und Wind schon bei wärmeren Graden ausgesetzt bin, kommen die Weißfinger.
    Ich freue mich auf eine Rückantwort. Viele Grüße.

    • Vielen Dank für Ihre Fragen. Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich keine Ärztin bin und Ihnen daher auch keine medizinische Auskunft geben darf.
      Was ich jedoch von meinen Recherchen und Interviews weiß: Wenn ein Raynaud-Anfall erst mal begonnen hat, dauert es immer eine gewisse Zeit, bis die Beschwerden wieder abklingen. Daher ist es wichtig, dass Sie alles dafür tun, damit es erst gar nicht zu einem Anfall kommt.
      Leider entladen sich die Handschuhakkus immer recht schnell, daher wäre es sinnvoll, wenn sie geladene Ersatz-Akkus mitnehmen würden. Wenn die Wärme nicht ausreicht, könnten Sie ein anderes Modell ausprobieren – evtl. auch beheizbare Unterziehhandschuhe unter wind- und wasserdichten Handschuhen tragen. Einige Testerinnen fanden auch die Fausthandschuhe besonders warm und angenehm. Am besten lassen Sie sich noch mal bei Heizteufel telefonisch beraten. Bitte berichten Sie hier dann auch, was Ihnen geholfen hat.
      Herzliche Grüße von Karin Hertzer

  • zwicker

    Hallo, ich habe mir Thermo Gloves Fingerhandschuhe gekauft – mit der Hoffnung, sie würden meine Finger warm halten. Leider ist dies nicht der Fall. Bei 10 Grad plus sind meine Finger nach einer Stunde kalt und weiß. Ich fahre gern mit dem Fahrrad und suche nun die geeigneten Handschuhe. Sie müssen aber beweglich sein, also keine dicken Handschuhe oder Fäustlinge.

    • Tja, das mit der Beweglichkeit der Finger ist immer so eine Sache, wenn die Handschuhe sehr dick – also so gut wie möglich isoliert – sind. Vielleicht ginge es mit dünnen Unterziehhandschuhen, die Sie unter Ihren eigenen Handschuhen tragen. Unterziehhandschuhe sind oft aus einem gestrickten Material und daher luftdurchlässig, was die Kälte durchlassen würde. Vielleicht hilft Ihnen auch ein beheizbarer Handschuh aus Fleece, der ist dann zwar nicht wasserfest, aber bei trockenem Wetter könnte es funktionieren. Alles weitere schreibe ich Ihnen per Mail. Herzliche Grüße von Karin Hertzer

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