Dünger – das gewisse Extra für Chili-Pflanzen

Damit Chili-Pflanzen gut wachsen und üppig gedeihen, brauchen sie mehr als nur die richtige Erde, genügend Wasser und ausreichend viel Licht. Aber welcher Dünger eignet sich am besten? Wie wirken die Nährstoffe? Und wie lässt sich erkennen, wann die Chilis eine zusätzliche Pflanzennahrung brauchen? Diese Fragen der Teilnehmer des Chili-Anbau-Wettbewerbs 2013 werde ich hier beantworten.

>>> Text und Foto von Alexander Hicks

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Die Nährstoffe im Überblick

Wer einen „grünen“ Daumen hat, überlässt die Pflanzen nicht einfach nur Mutter Natur, sondern kümmert sich über das regelmäßige Gießen hinaus auch um das Düngen. Für den Anbau von Chili-Pflanzen sind folgende Nährstoffe wichtig:

  1. Stickstoff (N) ist im Chlorophyll und in anderen Verbindungen in der Pflanze enthalten. Es ist notwendig, um Blattmasse zu bilden.
  2. Phosphor (P) ist Bestandteil vieler wichtigen Verbindungen in der Pflanze und fördert das Wurzelwachstum und die Blüten- bzw. Fruchtbildung.
  3. Kalium (K) fördert die Festigkeit der Pflanzen und hilft, die Wiederstandskraft gegenüber Krankheiten und Kälte zu erhöhen.

Welches die „richtige“ Pflanzennahrung für eure Chili-Pflanzen ist, hängt von verschiedenen Kriterien ab:

  • In welcher Menge ist jeder einzelne Nährstoff enthalten?
  • Stimmt die Mischung der Nährstoffe?
  • Handelt es sich um einen Dünger in fester oder in flüssiger Form?
  • Liegen die Nährstoffe in organischer, in mineralischer oder in einer gemischten Form vor?

Nährstoffe in organischen Verbindungen…

… stammen aus organischer Masse, also von Tieren und Pflanzen. Organischer Dünger hat verschiedene Eigenschaften:

  • Vorteile: günstig, weil es bei diversen Industrien als Abfallprodukt anfällt, nährt das Bodenleben
  • Nachteile: Wenn es zu kalt ist, arbeitet das Bodenleben nicht und setzt deswegen auch keine Nährstoffe um.
  • Beispiele: Kompost, Mist, Horn in verschiedenen Mahlungen
  • Feste Produkte werden meist in die Erde eingearbeitet oder um die Pflanze herum gestreut. Da der Umsetzungsprozess in der Erde etwas Zeit braucht, setzt die Wirkung nicht sofort ein.
  • Flüssige Produkte lösen sich im Gießwasser, das die Pflanzen schnell aufnehmen. Vor allem die im Dünger aus pflanzlichen Quellen enthaltenen Aminosäuren können schnell aufgenommen werden, sodass ihr den Flüssigdünger auch auf die Blätter sprühen könnt.

Nährstoffe in mineralischen Verbindungen…

… sind meist Salze. Die Eigenschaften von mineralischem Dünger:

  • Vorteile: Die Chili-Pflanzen können die Salze direkt über die Wurzeln aufnehmen, teilweise auch über die  Blätter.
  • Nachteile: Durch das Verwöhnen der Pflanzen sind sie anfälliger für Krankheiten und lassen sich schneller stressen.
  • Beispiele: die meisten, aber nicht alle Flüssigdünger, Blaukorn, Nährsalze
Meine 5 Tipps für Chili-Neulinge

Tipp 1: Im Blumentopf ist es nicht so einfach, ein aktives Bodenleben zu halten. Das funktioniert bei Pflanzen im Garten leichter.

Tipp 2: Bei Flüssigdünger lieber öfter weniger anwenden als einmal zu viel. Anfangs mit 50% von der angegebenen Menge beginnen und erst dann auf 100% gehen, wenn die Pflanzen viel Blattmasse hat und Früchte gebildet hat.

Tipp 3: Wenn es kalt und regnerisch ist, werden organische Dünger nicht umgesetzt – und dann hungern die Pflanzen. In diesem Fall bietet es sich an, mit Kunstharz ummantelte Depotdünger einzusetzen, die zu den mineralischen Verbindungen gehören.

Tipp 4: Da sich viele feste organische Dünger nur langsam umsetzen bzw. gar nicht, wenn es kalt ist, solltet ihr nur sehr vorsichtig nachdüngen. Wenn es dann warm wird und das Bodenleben in Gang kommt, können sich die Lebewesen im Boden bei zu viel Dünger so stark vermehren, dass sie selbst mehr Stickstoff verbrauchen, als sie den Pflanzen zur Verfügung stellen.  Wenn ihr bei Mangelsymptomen noch mal nachdüngt, verstärkt sich das Phänomen weiter.

Tipp 5: Wer möglichst wenig Dünger einsetzen möchte, kann sich mit Bodenbakterien – wie den Mykorizza-Pilzen – beschäftigen. Wenn sie in die Erde gelangen, verbessert sich die Nährstoffaufnahme der Pflanze, und deshalb könnt ihr weniger Nährstoffe zuführen. Bei solchen Experimenten solltet ihr auf mineralische Dünger verzichten, da sie oft kontraproduktiv sind und die Organismen schädigen.

In diesem Video zeigt Michal Havránek das beachtliche Wachstum seiner Chili-Pflanzen: Im Zeitraffer sind 1154 Fotos zu sehen, die in 119 Tagen entstanden.

Fazit:

Chili-Pflanzen brauchen zum Wachsen und Gedeihen auch manchmal etwas Dünger. In Frage kommen Nährstoffe in organischen und mineralischen Verbindungen. Hier findet ihr übrigens Tipps zum Pikieren und zu Licht und Temperatur. Und hier geht es weiter, wenn euch interessiert, was es mit Frieren und Schwitzen auf sich hat.


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Eure Fragen:

Beim Düngen ist recht viel zu beachten, aber auch einfache Lösungen können effektiv sein. Falls ihr Fragen habt, nennt bitte die Produkte, die ihr eingesetzt habt. Wichtig zu wissen wäre dann auch, in welcher Erde eure Pflanzen wachsen und in was für einen Topf sie stehen. Bilder sind auch immer hilfreich.

2 Kommentare

  • Hallo Alexander,
    danke für die erhellenden Worte. Habe zwei Fragen:
    – Ab welcher Pflanzengröße sollte man düngen (höre immer wieder, nicht bei den kleinen Pflänzchen zu düngen, da sie sonst „schießen“).
    – Ist Guano eine gute Idee? Den benutze ich gern für Gemüse und Kräuter (ist mir lieber als Stickstoffchemie).
    Beste Grüße
    Marion Trutter

    • Alexander Hicks

      Hallo Marion, es sollte im jungen Stadium der Pflanzen nicht gleich gedüngt werden, weil erstens die Nährstoffversorgung noch ohne Probleme über die Nährstoffe in der Erde abgewickelt werden können, zudem werden Pflanzen, die einen Nährstoffüberschuss im frühen Stadium bekommen, kümmerige Wurzeln ausbilden, da es die Wurzeln nicht weit haben, um Nährstoffe zu finden. Auch führt ein Stickstoffüberschuss dazu, dass die Blätter weich werden und damit anfälliger für Schädlinge. Guano kann schon eingesetzt werden, im beheizten Raum sollten die Mikroorganismen aktiv genug sein, um die Nährstoffe freizusetzen. Bei Guano vorsichtig dosieren, denn wenn der Prozess des Umsetzens mal beginnt, können ziemlich schnell ziemlich viele Nährstoffe freigesetzt werden. Gruß Alexander

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